Der deutsche E-Commerce bleibt ein von Konzernen dominiertes Geschäft. Die Herrschaft einiger weniger Händler hat sogar weiter zugenommen.

Erst kommt Amazon und dann lange nichts: Wenn deutsche Konsumenten online bestellen, ordern sie vor allem bei bekannten Größen. Das zeigt eine Studie des Kölner Handelsinstituts EHI und der Plattform Stastista, die auf Daten von 2014 basiert. Demnach entfällt 38 Prozent des Gesamtumsatzes im E-Commerce auf gerade einmal zehn Geschäfte im Netz. Start-ups sucht man unter den zehn umsatzstärksten Onlineshops, die das Portal „Etailment“ vorab vorstellte, vergeblich.

Für junge Unternehmen sind die Zahlen sogar eher ernüchternd. Sie zeigen: Vor allem etablierte Konzerne gewinnen online Kunden. Die Marktkonzentration hat sich laut der Studie seit vergangenem Jahr noch einmal verschärft. Im Vorjahr hatten die besten zehn Webseiten 37 Prozent des Umsatzes auf sich vereint. Im gleichen Zeitraum hat der Umsatz von 30 auf etwa 32,6 Milliarden Euro zugelegt, ein Plus von fast neun Prozent. Im Vorjahr hatte das Wachstum bei 4,1 Prozent gelegen.

Nur Apple schafft es neu ins Ranking

Mit 6,6 Milliarden Euro Umsatz steht der US-Händler Amazon hierzulande einsam an der Spitze, erst mit weitem Abstand folgen Otto (zwei Milliarden Euro) und Zalando (872 Millionen Euro). Mit Apple gesellt sich lediglich ein einziger neuer Name unter die Top Ten – und gleichzeitig wiederum ein bekannter Konzern. Zalando und Notebooksbilliger.de sind dabei die einzigen beiden Unternehmen in der Aufzählung, die vor weniger als zehn Jahren gegründet wurden. Der E-Commerce bleibt ein von Konzernen dominiertes Geschäft.

Der Studie zufolge kommen besonders sogenannte Generalisten wie Amazon gut an. Das sind Webseiten, auf denen der Verbraucher von Kleidung oder Möbel bis hin zu Werkzeug oder Büchern alles findet. Mit 13,2 Milliarden Euro kumulieren diese Onlineshops 40,5 Prozent des gesamten Umsatzes auf sich. Mode macht knapp 18 Prozent aus, Elektronikshops etwa zwölf Prozent.

Die gute Nachricht für Start-ups: Der Markt wächst weiter. Einer aktuellen Umfrage der Auskunftei Creditreform und des Versandhandelsverbands Bevh zufolge kaufen 41,4 Prozent der Verbraucher lieber online ein, zum Vorjahr noch mal eine Zunahme von 0,7 Prozentpunkten.