Das Hamburger Unternehmen übernimmt einen britischen Konkurrenten. Dabei hilft das Kapital einer frisch verankerten Finanzierungsrunde.

Volle Fahrt voraus in Großbritannien: Mit der vollständigen Übernahme des Konkurrenten Cruise1st gelingt dem in Hamburg ansässigen Kreuzfahrtportal Dreamlines der dortige Markteintritt. 180 Mitarbeiter wechseln mit der Transaktion zu Dreamlines, die gesamte Mitarbeiterzahl steigt so auf 600 Angestellte. Die Kaufsumme gab das 2012 gegründete Start-up nicht bekannt.

In Australien und Singapur steige man laut Unternehmensangaben mit der Akquise zum Marktführer auf – diese Position will man in Deutschland bereits innehaben. Durch die Übernahme sei man nun der größte Online-Anbieter von Schiffsreisen außerhalb der USA, so Dreamlines. Der Eintritt in den britischen Markt, den weltweit drittgrößten Kreuzfahrtmarkt, ist ein Meilenstein in unserer globalen Strategie“, sagt Dreamlines-Gründer Felix Schneider.

Passende Pakete für Passagiere

Von dem Kauf des bereits 2000 gestarteten Mitbewerbers Cruise1st verspreche man sich höhere Umsätze, steigende Margen und ein „bemerkenswertes Wachstum“, so Co-Geschäftsführer Daniel Townsley. In diesem Jahr will das Start-up von kumulierten 320 Millionen auf 400 Millionen Euro Buchungsvolumen anwachsen. Konkret will man besser in der Lage sein, passendere Pakete aus Transport, Unterbringung und Rundreisen für die Kunden zu schnüren.

In einigen Märkten werden zumindest vorerst beide Marken parallel weitergeführt. Gesteuert wird der Kreuzfahrtvermittler weiterhin aus Hamburg, wo mehr als ein Drittel der Mitarbeiter sitzen. Produktentwicklung, Personalwesen und Marketing wird dort für alle Märkte vorangetrieben. In den zahlreichen Büros, etwa in Nizza, Sao Paolo, Gold Coast und nun auch in Manchester, arbeiten vor allem die Verkaufsteams.

Umfangreiche Finanzierung

Gestützt wurde die Transaktion auch durch eine frisch verkündete Finanzierungsrunde. In der vergangenen Woche hatte Dreamlines eine Kapitalerhöhung um 45 Millionen Euro bekanntgegben. Angeführt wurde die Runde von Princeville Global.

Weiteres Geld stammte unter anderem auch von den bestehenden Gesellschaftern wie Holtzbrinck Ventures, Target Global, Dimaventures, Hasso Plattner Ventures, TruVenturo and Global Founders. Alexander Frolov, General Partner beim Investor Target Global, kommentiert die jetzt verkündete Akquise: „Wir glauben an deutsche Marketplace-Unternehmen, die global wachsen.“