Frisches Kapital für door2door: Karl-Thomas Neumann und Ariel Lüdi stecken eine siebenstellige Summe in die Softwarelösung für Ridesharing.

Es läuft rund für das Berliner Mobilitäts-Start-up door2door: Der ehemalige Opel-Vorstandsvorsitzende Karl-Thomas Neumann beteiligt sich ab sofort an dem 2012 gegründeten Technologie-Unternehmen. Auch Ariel Lüdi, ehemaliger Vorstandsvorsitzender von SAP hybris, investiert. Insgesamt handelt es sich um eine siebenstellige Summe. Neumann und Lüdi werden gleichzeitig Mitglied des door2door-Boards.

„door2door wird die Art und Weise, wie wir uns weltweit in Städten bewegen, drastisch verändern. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit einem außergewöhnlichen Team daran zu arbeiten, neue Mobilitätslösungen nachhaltig auf die Straße zu bringen. Die Technologien, um aktuelle Herausforderungen von Stau bis Luftverschmutzung zu lösen, sind bereits vorhanden. In fast allen anderen Mobilitätsbereichen sorgen neue Technologien für einen echten Umbruch – es wird Zeit, das auch der ÖPNV einen Gang höher schaltet”, erklärt Karl-Thomas Neumann.

Software-Plattform für Ridesharing

door2door will den Trend zum sogenannten Ridesharing vorantreiben: Es stellt Verkehrsunternehmen und Städten eine Software-Plattform zur Verfügung, damit diese eigenständig neue On-Demand-Mobilitätsangebote betreiben können, die in den traditionellen ÖPNV eingebettet sind. So kann man spät nachts in der Stadt oder in ländlichen Regionen auch außerhalb der oftmals aus Kostengründen eher dünnen Fahrplänen bei Bedarf von A nach B kommen. Per Handy buchen die Nutzer eine Fahrt, unterwegs werden andere Fahrgäste aufgesammelt, die in die ähnliche Richtung wollen, alle werden an ihren jeweiligen Wunschzielorten abgesetzt. Der Preis wird schließlich unter allen Mitfahrern geteilt. Eine App berechnet die ideale Route.

Diese Idee soll dazu beitragen die Anzahl privater Autos auf den Straßen zu reduzieren und sowohl Verkehr als auch den Abgasausstoß zu verringern. Berechnungen zufolge können mit nur drei On-Demand-Shuttlebussen 100 private Autos ersetzt werden. Bisher ist das Start-up im bayerischen Landkreis Freyung-Grafenau und auf den Straßen Duisburgs und Berlins unterwegs. In der Hauptstadt kooperierte das Start-up seit Februar mit dem ADAC, der die rund 20 Kleinbusse, die an Freitag- und Samstagabenden Reisende innerhalb des Berliner S-Bahn-Rings kostenlos zu ihrem Ziel bringen, finanziert.

Door2door beschäftigt eigenen Angaben zufolge rund 100 Mitarbeiter an den Standorten Berlin und Porto Alegre (Brasilien). In der Vergangenheit haben der Serien-Gründer und Investor Günther Lamperstorfer und die KfW Bankengruppe Geld in das Unternehmen gesteckt.