Das Mobilitäts-Start-up erweitert mit einer Kooperation seinen Radius in Berlin. Der Kampf um die neuen Kunden hat dabei für alle Unternehmen gerade erst begonnen.

Der neue gelbe Engel ist schwarz: Mit ADAC-Logo auf der Tür sind ab sofort in Berlin neue Shuttle im Nahverkehr unterwegs. Der Mobilitätsclub kooperiert mit dem Berliner Start-up Door2Door, das einen ähnlichen Dienst mit eingeschränktem Radius bereits seit vergangenem Sommer in der Hauptstadt unterwegs ist.

Der „allygator“ getaufte Shuttle ist an Wochenabenden und -nächten unterwegs und bringt Fahrgäste bis an ihre Wunschadresse – im Hintergrund soll ein Algorithmus die Routen so optimieren, dass möglichst viele Fahrgäste unterwegs ein- und aussteigen können. Das Pilotprojekt, in dem der ADAC laut Tagesspiegel alle Kosten übernimmt, läuft zunächst drei Monate lang.

Der ADAC verspricht sich von der Kooperation neue Erfahrungen: Man wolle sehen, wie sich in Großstädten „Nutzerverhalten entwickelt und welche Ableitungen sich für die individuelle Mobilität insbesondere junger Menschen ergeben“, lässt sich ADAC-Geschäftsführer Alexander Möller in einer Pressemitteilung zitieren. „Wir sind überzeugt, dass Ridesharing eine der nachhaltigsten und zukunftsträchtigsten Formen der öffentlichen Mobilität darstellt“, sagt Door2Door-Gründer Tom Kirschbaum.

Versuche auf einem Milliardenmarkt

Nach langen Versuchsphasen nehmen einige neue Mobilitätsangebote aktuell an Fahrt auf. Door2Door startete bereits im vergangenen Juni im Bayerischen Wald, der äußerst aktive Daimler-Konzern übernahm im vergangenen September das Darmstädter Start-up Flinc.

Sie konkurrieren alle auf einem vielversprechenden Zukunftsmarkt: Die Berater von Oliver Wyman schätzen das jährlichen Marktpotenzial von Mobilitätsplattformen alleine in Deutschland bis 2040 auf vier Milliarden Euro.Noch sei der Kampf um die überzeugende Mobilitätsplattform der Zukunft jedoch noch nicht entschieden, sagen die Berater in einer aktuellen Studie.

Entscheidend sei, dass auch traditionelle Transportanbieter transparent agieren – und im Zweifel auch mal die schnellere oder günstigere Konkurrenz zu empfehlen. „Wer das Rennen letztlich macht, ist derzeit völlig offen“, sagt Oliver-Wyman-Berater Joris D‘Incà. Um die eigene Plattform zum Erfolg zu führen, müssten die Firmen viel wagen: „Es gilt alles auf eine Karte zu setzen – auch wenn man dafür über seinen Schatten springen muss.“