Das Dortmunder Unternehmen nutzt Drohnen, um den Warenbestand in Lagern automatisch zu erfassen. Mitte des Jahres soll die Lösung marktreif sein.

Wo steht was, wie viele Einheiten sind vorrätig – und sind die Waren ordentlich verpackt? Um bei großen Logistikflächen den Überblick zu bewahren, helfen künftig Drohnen. Davon sind die fünf Gründer von Doks Innovation überzeugt. Das Dortmunder Start-up arbeitet an Sensoren für Drohnen und passenden Software-Lösungen, um die sogenannte Inventur zu automatisieren. Gegründet im Januar 2017, erhält das Unternehmen nun eine Anschubfinanzierung in Höhe von 1,15 Millionen Euro.

Zu den Geldgebern gehören Jürgen Geipe und Harry Liedtke mit ihren Firmen Gecoin und Mind-Fabric. Geipe und Liedtke hatten zusammen den Kontraktlogistiker Logit aufgebaut und unter anderem Logistikprozesse für den Computerhersteller Dell übernommen. Weiterer Investor ist Otto Philipp Braun mit seiner Firma Metamorphoses Braun. Der Sohn von Ludwig Georg Braun, Aufsichtsratschef des Medizintechnikriesen B. Braun Melsungen, investiert seit dem Ausscheiden aus dem Familienunternehmen unter anderem in Blockchain-Technologien.

Gesellschafter neben den neuen Geldgebern sind Drone Masters – ein Unternehmen, das unter anderem Konferenzen und Drohnen-Rennen organisiert – sowie das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML. Das Fraunhofer IML hatte die Federführung über ein öffentlich gefördertes Forschungsprojekt, in dem die Inventur per Drohne bereits erprobt worden war.

Auch Drohnenlieferungen geplant

Doks Innovation hat eigenen Angaben zufolge bereits einen großen deutschen Automobilhersteller sowie zwei Logistikunternehmen als Pilotkunden gewonnen. Ein erstes Serienprodukt ist laut Geschäftsführer und Mitgründer Benjamin Federmann zur Jahresmitte geplant. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Software – die Drohnen selbst kommen von Partnerunternehmen.

„Eine technische Herausforderung für autonome Flüge ist es, dass in Lagerhallen in der Regel kein GPS-Signal verfügbar ist“, erklärt Federmann im Gespräch mit WirtschaftsWoche Gründer. Das Start-up bringt den Drohnen deswegen bei, sich mithilfe von optischen Sensoren ihren Weg durch die Regale zu bahnen. Ein weiterer Schwerpunkt in der Entwicklung sei die Software für die Datenerfassung. Ziel von Doks-Innovation ist es, Kunden nicht nur Rohdaten zu liefern, sondern diese über Schnittstellen mit der Unternehmenssoftware zu verknüpfen.

Außer an der Automatisierung der Inventur arbeitet das Start-up auch an weiteren Projekten. Geplant ist unter anderem eine Softwareplattform für Drohnenlieferungen. „Damit zielen wir in einem ersten Schritt auf den B2B-Bereich“, sagt Federmann. So könnten die Flugroboter künftig auf großen Werksgeländen eingesetzt werden.