Das französische Start-up schließt eine Finanzierungsrunde über 35 Millionen Euro ab – und will die Expansion in Deutschland vorantreiben.

Es ist eine der größten Finanzierungsrunden überhaupt für ein europäisches Start-up im Healthtech-Bereich: 35 Millionen Euro hat Doctolib gerade eingesammelt, wie das französische Unternehmen heute bekanntgab. Erst im Januar hatte sich das 2013 gegründete Start-up ein Investment von 26 Millionen Euro gesichert. Das frische Kapital stammt von der Bank Bpifrance, die schon an der vorigen Finanzierungsrunde beteiligt war, und dem Pariser Beteiligungsunternehmen Eurazeo.

Über die Plattform von Doctolib lassen sich Arzttermine buchen. Die Praxen können Patiententermine komplett mit der Cloud-Software verwalten. Insgesamt nutzen nach Angaben des Start-ups über 30.000 Ärzte sowie 800 Gesundheitsinstitutionen wie Krankenhäuser das Portal.

Das von Stanislas Niox-Chateau, Jessy Bernal und Ivan Schneider gegründete Unternehmen will nun seine Expansion in Deutschland vorantreiben. Bisher sind hierzulande 1.000 Ärzte und Klinikgruppen in Berlin, München, Köln, Düsseldorf und Hamburg an die Plattform angeschlossen. Laut Doctolib sind seit dem Start im Mai des vergangenen Jahres mehr als 1,5 Millionen Arzttermine über die Plattform vereinbart worden.

200 neue Stellen in Deutschland und Frankreich

„Doctolib ist in Frankreich bereits zum Standard für Ärzte und Patienten geworden“, sagt Deutschland-Chef Simon Krüger. „Da wir in Deutschland sogar noch schneller wachsen als bei der Gründung in Frankreich, sind wir definitiv auf dem richtigen Weg.“ 2018 sollen zehn Städte hinzukommen. Dafür soll auch das Personal hierzulande um 100 Mitarbeiter aufgestockt werden.

Ausgebaut werden soll vor allem das Vertriebsteam, erklärte Doctolib auf Nachfrage von WirtschaftsWoche Gründer. Man lege einen großen Wert auf eine persönliche Vorort-Beratung der Ärzte. Darüber hinaus werde das Technikteam aufgestockt, das etwa den Anschluss an die IT-Systeme der Krankenhäuser vereinfachen soll.

Insgesamt beschäftigt Doctolib aktuell 380 Mitarbeiter. Auch in Frankreich sollen 100 neue Stellen geschaffen werden – dort geht es vorrangig um die technische Weiterentwicklung der Plattform. Für Patienten ist der Dienst kostenlos, der reguläre Preis für Ärzte liegt bei monatlich 129 Euro pro Kalender.