Mit einer Millionenfinanzierung will das deutsch-französische Start-up Doctolib auch hierzulande wachsen. Erstmals steigt ein deutscher Investor mit ein.

Einen Arzttermin vereinbaren, ohne in der Warteschleife von Praxen zu hängen und auf Öffnungszeiten angewiesen zu sein: Mit dieser Dienstleistung will sich Doctolib als Vermittler zwischen Medizinern und Patienten schalten. Das Ende 2013 gegründete Unternehmen kann jetzt den Abschluss einer Wachstumsfinanzierungsrunde verkünden. Mehrere Investoren steigen mit 26 Millionen Euro ein. Insgesamt hat das Unternehmen damit Investitionen in Höhe von 50 Millionen Euro eingesammelt.

Angeführt wird die aktuelle Finanzierungsrunde von der französischen Bank Bpifrance, weiteres Geld stammt unter anderem von dem Altinvestoren Accel, der bereits Dropbox, Facebook und Spotify unterstützt hat. Zum ersten Mal beteiligt sich zudem ein deutscher Investor: Ludwig Klitzsch ist Geschäftsführer einer familiengeführten Unternehmensgruppe, die in Bayern verschiedene Kliniken betreibt. “Doctolib ist der erste ganzheitliche Service, der die Art und Weise, wie sich Gesundheitsinstitutionen und Arztpraxen zukünftig organisieren, nachhaltig verbessern wird”, sagt Klitzsch.

Das frische Geld will Doctolib vor allem dazu nutzen, um in Deutschland bekannter zu werden. Auf dem Fahrplan steht ein Wachstum in allen großen deutschen Städten – los gehen soll es in den Metropolregionen Hamburg, Köln und Düsseldorf sowie München. Dafür will das Unternehmen in den kommenden zwei Jahren mindestens 150 neue Mitarbeiter in Deutschland einstellen. Aktuell arbeiten etwa 30 Angestellte in Berlin für das eHealth-Start-up. “Das Investment hilft uns, den Gesundheitsmarkt in Deutschland zu modernisieren und auch hier zum führenden Buchungsportal für Arzttermine zu werden”, sagt Simon Krüger, der die deutschen Geschäfte von Doctolib leitet.

Nach eigenen Angaben nutzen heute bereits 17.000 Ärzte und 435 Gesundheitsinstitutionen und Krankenhäuser das Programm, das als Software-as-a-Service angeboten wird. In Frankreich habe man sich schnell zum Marktführer bei der Online-Terminvereinbarung entwickelt, so Doctolib, das heute bereits 300 Mitarbeiter beschäftigt und in 35 französischen Städten mit Niederlassungen vertreten ist. Das Marktpotenzial in Deutschland sei indes deutlich größer im Nachbarland: Hierzulande werden jährlich zwei Milliarden Arzttermine vereinbart, schätzt Doctolib.