Das Start-up mit Sitz in Berlin will die Terminvereinbarung mit Arztpraxen vereinfachen. Dafür erhält es eine Finanzspritze von Privatinvestoren.

Anrufe beim Arzt oder in der Klinik sollen nach dem Willen der Doctena-Gründer künftig der Vergangenheit angehören. Mit einer Buchungsplattform für Behandlungstermine haben sie nun acht Millionen Euro an frischem Kapital von Privatinvestoren eingesammelt. Das Geld soll laut einer Presseinformation dabei helfen, die Marktposition zu stärken und international weiter zu wachsen.

Die 2012 noch als Doxter gegründete Firma ist mit Büros in Berlin, Wien, Brüssel, Luxemburg, Amsterdam und Zürich vertreten. Ihre Terminbuchungsplattform soll europaweit zur zentralen Anlaufstelle werden für die Kommunikation von Patienten mit Arztpraxen, Kliniken und Physiotherapeuten.

„Unser Cloud-Kalender sorgt für mehr Effizienz im Alltag von Praxen“, lässt sich Rainer Krösing, Geschäftsführer von Doctena Deutschland, in einer Pressemitteilung zitieren. Die Plattform helfe Praxen dabei, Zeit bei der Kommunikation zu sparen und Terminausfälle zu reduzieren. Denn das System erinnere Patienten automatisch per SMS. So könnten etwa freie Termine durch kurzfristige Absagen elektronisch an Interessenten weitergeleitet und direkt neu vergeben werden.

Telemedizin auf dem Vormarsch

Das Start-up wirbt damit, bereits mehr als 10.000 Ärzte als Kunden gewonnen zu haben und monatlich mehr als 1,5 Millionen Termine zu vermitteln. Im Hintergrund kooperiert Doctena mit Anbietern von Praxissoftware, um die verschiedenen Buchungssysteme miteinander zu verbinden.

Viele Technologieunternehmen aus dem Medizinbereich arbeiten derzeit an Lösungen, um Patienten schneller mit Ärzten zu verbinden – etwa über Video-Sprechstunden und Chatportale. Antrieb verleiht den Geschäftsmodellen die zunehmende Liberalisierung des Medizinmarktes: So hat der Deutsche Ärztetag vor wenigen Monaten entschieden, Patienten den Zugang zu Online-Beratungen und Behandlungen zu erleichtern. Bislang war diese Möglichkeit stark eingeschränkt durch das Telemedizinverbot in Deutschland. Inzwischen fließen teils hohe Summen an Health Start-ups: Beispielsweise hat Anfang August die Messaging-Plattform Klara 11,5 Millionen US-Dollar eingesammelt.