Das Start-up entwickelt und betreibt Messstellen für Strom und Gas. Um sich für große Aufträge zu wappnen, haben die Aachener jetzt in Millionenhöhe vorgesorgt.

Finanzieller Spielraum für umfangreiche Projekte: Das Energietechnik-Start-up Discovergy hat sich von einem Schweizer Investor den Zugriff auf umfangreiche Investitionen gesichert. Im ersten Schritt erhält Discovergy aus einem auf Energiewende-Projekte spezialisierten Fonds von SUSI Partners sechs Millionen Euro – insgesamt könne das Volumen auf bis zu 15 Millionen Euro aufgestockt werden, teilen die Aachener mit.

Das Geld soll helfen, größere Aufträge vorzufinanzieren. Das 2009 gegründete Discovergy startet nach eigener Aussage aktuell in die Arbeit für Handelsketten und Filialisten. Mehrere hundert Ladengeschäfte müssen so zeitgleich mit dem vernetzten Strom- oder Gaszähler, einem sogenannten Smart Meter, ausgestattet werden. Mitte August übernahmen die Aachener so den Messbetrieb in 1300 Filialen des Textileinzelhändlers NKD.

Starthilfe bei der Skalierung

Geld verdient das Start-up erst über jährliche Pauschalen für den Betrieb der Messstellen sowie regelmäßigen Gebühren für zusätzliche Dienstleistungen, wie etwa die Darstellung der Verbrauchsdaten in einem Softwareportal. Diese Vorgehensweise macht den Start in ein Projekt für Discovergy teuer. Die ersten abgerufenen sechs Millionen sollen etwa helfen, die Aufträge für zehn Kunden zu sichern. Das ungewöhliche Finanzierungsmodell helfe deutlich „bei der Skalierung unseres Geschäftsmodells“, sagt Discovergy-Finanzvorstand Bernhard Seidl.

Das junge Unternehmen mit aktuell mehr als 60 Mitarbeitern bietet Produkte und Dienstleistungen auf für Privatkunden an. Hier arbeiten die Aachener zum Beispiel mit dem Stromversorger-Start-up Fresh Energy zusammen, die von der noch zu RWE gehörende Tochter Innogy angeschoben wurde. Die Technik von Discovergy soll die nötigen Daten liefern, aus denen Fresh Energy den passenden Stromtarif errechnet. Beide Start-ups erhielten auch umfangreiche Förderungen des Bundes, mit dem Energiewende-Projekte vorangetrieben werden sollten.

Im März 2017 hatte Discovergy zuletzt eine Wachstumsfinanzierung verkündet – ohne die Namen der Investoren öffentlich zu machen. Die jetzt gewählte Konstruktion sorge dafür, so Seidl, dass die geschäftsführenden Gesellschafter weiterhin die Mehrheit am Unternehmen halten.