In Ihrem Datenblatt steht auch, dass Dipat für dieses Jahr eine „Integration in bestehende Versicherungen“ plant. Was ist damit gemeint?
Die digitale Patientenverfügung ist ein Novum – und sehr erklärungsbedürftig. Anfangs habe ich relativ blauäugig darauf gesetzt, dass die Informationen auf unserer Seite ausreichen. Tatsächlich wünschen sich aber viele Kunden gerade bei dem Thema einen persönlichen Kontakt. Wir kooperieren deswegen zunehmend mit Versicherungsmaklern. Nun führen wir auch Gespräche mit einem Branchenriesen, der Dipat zu einem Bestandteil einer Versicherung machen will.

Geht es dabei um eine gesetzliche Krankenkasse?
Wir würden sehr gerne mit den gesetzlichen Krankenkassen kooperieren – und führen da auf Arbeitsebene auch konstruktive Gespräche. Das Problem ist: Die gesetzlichen Kassen unterliegen enormen Beschränkungen. Eine Erstattung ist nämlich nur für solche Leistungen zulässig, die eben ausdrücklich nicht neu und noch „ungeprüft“ sind. Um eine Zulassung zu erreichen, müssten wir eine umfassende wissenschaftliche Studie in Auftrag geben – das können wir als siebenköpfiges Start-up schlicht nicht stemmen.

Beim Start lag der Jahrespreis für Dipat bei 36 Euro, jetzt sind es 48 Euro. Warum die Preiserhöhung?
Wir hatten uns bei der ursprünglichen Kalkulation mehr Unterstützung vor allem von Seiten der gesetzlichen Krankenversicherung erhofft. Nun müssen wir mehr für den Vertrieb aufwenden, als gedacht. Über neue Kooperationen mit Anbietern privater Krankenvoll- und Zusatzversicherungen hoffen wir, diese Kosten wieder senken zu können. Mein Ziel ist, die Hürden für Interessenten so gering wie möglich zu halten. Aus meiner früheren Tätigkeit als Notarzt weiß ich, dass es einen enormen Bedarf für wirksame Patientenverfügungen gibt.

Gibt es weitere Dinge, die Sie mit einem neuen Investor im Rücken angehen wollen?
Ich sehe großes Potenzial darin, unsere Software auch für andere Bereiche in der Gesundheitsvorsorge anzuwenden. Wir fragen für die Patientenverfügung ja systematisch Gesundheitsdaten ab und übersetzen das in medizinische Fachsprache. Dasselbe Prinzip könnte auch die Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten vereinfachen.