Der neu geschaffene Digitalrat der Bundesregierung hat sich heute zum ersten Mal versammelt. Im zehnköpfigen Team sind auch Köpfe aus der Start-up-Szene. 

Ein Gremium für die unbequemen Fragen – das hatte sich Angela Merkel gewünscht, als sie vor einigen Tagen die Schaffung eines Digitalrats ankündigte. Heute kamen die ausgewählten Expertinnen und Experten erstmals zusammen. Sie sollen, so die Kanzlerin, Input für viele neue Ideen liefern und die Bundesregierung dabei unterstützen, Herausforderungen zu erkennen und Lösungen zu erarbeiten.

Konkret soll es um den Ausbau der Infrastruktur bei Breitbandversorgung und Mobilfunk, um digitale Lerninhalte im Rahmen des Digitalpakts Schule, um die Digitalisierung von Behörden und um die Entwicklung einer Strategie für künstliche Intelligenz (KI) gehen.

Drei Köpfe aus der Start-up-Szene sind an Bord

Vorsitzende des Digitalrats ist die frühere Staatssekretärin im Verteidigungsministerium und ehemalige Unternehmensberaterin, Katrin Suder. Unter den zehn weiteren Mitgliedern des Gremiums die aus Deutschland, der Schweiz, Österreich sowie den USA stammen, sind mit Stephanie Kaiser, Geschäftsführerin des Company Builders Heartbeat Labs, Hans-Christian Boos, Gründer und CEO des Frankfurter Unternehmens Arago, das als deutscher Vorreiter bei der Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) gilt, und Ijad Madisch, Chef des Wissenschafts-Start-ups ResearchGate, auch Köpfe aus der Gründerszene:

Weitere Vertreter sind:

▪ Urs Gasser (Schweiz), Berkman Klein Center for Internet & Society in Harvard

▪ Ada Pellert (Österreich), Rektorin Fernuni Hagen

▪ Andreas Weigend, ehemaliger Chefwissenschaftler von Amazon

▪ Peter Parycek, Leiter Kompetenzzentrum Öffentliche IT Fraunhofer FOKUS

▪ Viktor Mayer-Schönberger (Österreich), Oxford Internet Institute

▪ Beth Simone Noveck (USA), Rechtsprofessorin, Direktorin der Open Government Initiative des Weißen Hauses 2009 – 2011

Positive Reaktionen auf Einführung des Digitalrats

Die Reaktionen auf die Einführung des Digitalrats waren positiv: „Wir begrüßen sehr, dass die Bundesregierung beim Thema Digitalisierung den Rat von außen sucht und auf Experten aus Wissenschaft und Praxis setzt. Der jetzt vorgestellte Digitalrat kann die etablierten Organisationen und Institutionen in der Verbands- und Wissenschaftslandschaft sehr gut ergänzen und zusätzliche Impulse geben“, sagte Bitkom-Präsident Achim Berg.

Auch der Bundesverband Deutsche Startups zeigte sich erfreut: Die Bundesregierung habe sich internationale Expertise an den Tisch geholt, die dabei helfen könne, den Rückstand in Sachen Digitalisierung aufzuholen.

„Nicht jeder Beirat ist eine gute Idee, dieser ist es. Der neue Digitalrat der Bundesregierung bricht mit den Konventionen vieler Gremien dieser Art. Die zehn Mitglieder wurden nicht anhand des oft vorhersagbaren Proporzes aus Parteien, Verbänden und Gewerkschaften ausgewählt, sondern ausschließlich aufgrund ihrer Befähigung die Bundesregierung in digitalen Fragen zu beraten. Ich traue es diesen zehn Personen zu unbequem zu sein und den Finger in die Wunde zu legen“, so Florian Nöll, Vorsitzender des Startup-Verbandes.