Der noch junge Risikokapitalgeber schließt seinen überzeichneten Fonds. In den nächsten Jahren soll der jungen Tech-Unternehmen beim Wachstum helfen.

Bis zu 50 Millionen Euro für einen digitalen Hidden Champion: Die in München und Frankfurt ansässige Risikokapitalgesellschaft Digitalplus Partners hat jetzt den ersten Fonds geschlossen. 350 Millionen Euro stehen zur Verfügung, um sich über zehn Jahre an Start-ups zu beteiligen. Nach eigenen Angaben kamen bei dem Einsammeln der Geldern 50 Millionen Euro mehr zusammen als geplant.

Als besonderen Fokus hat sich das Investorenteam Start-ups ausgesucht, die sich mit ihren Produkten an Geschäftskunden richten. Neugierig sei man besonders auf junge Tech-Unternehmen, die sich um das Internet der Dinge, Datenanalyse oder Künstliche Intelligenz kümmern.

Suche nach digitalen Hidden Champions

Es gehe um „innovative Unternehmen, die das Potenzial habe, Kernindustrien zu transformieren“, beschreibt Gründungspartner Patrick Beitel die Anforderungen – gemeint sind etwa klassische deutsche Industriesektoren oder die Finanzwirtschaft. Bis zu 100 Start-ups will man dafür jährlich analysieren, vier bis fünf Investments könnten pro Jahr daraus entstehen. Die Vorgabe: Die Technik muss bereits in einem breiteren Kundenkreis erprobt sein.

Ein guter Teil des Geldes ist dabei schon geflossen. Nach eigenen Angaben hat Digitalplus Partners bereits 60 Millionen Euro in sechs Beteiligungen investiert. Mit dabei ist etwa Movingimage, die eine Videoplattform für Unternehmen anbieten und bereits über den German Accelerator Tech ein internationales Netzwerk aufbauen konnten. Auch die Gastroplattform Orderbird gehört zum Portfolio, ebenso die Plattformen Starmind, NavVis und Cellcontrol.

Die investierten Summen in diese oder weitere Start-ups könnten aber durchaus noch anwachsen. Über mehrere Finanzierungsrunden könne man bis zu 50 Millionen Euro in einzelne Wachstumsunternehmen investieren, heißt es von dem 2015 gegründeten Risikokapitalgeber.

Mehr Wachstumskapital

Damit gesellt sich Digitalplus Partners zu einem noch überschaubaren Kreis an Investoren, die auf dem deutschen Markt solche Summen bereitstellen wollen. Target Global oder Atomico sind etwa mit vergleichbarem Fokus, aber noch stärkerer Finanzkraft auf dem deutschen Markt unterwegs. In früheren Phasen ist das Angebot hierzulande mittlerweile – auch durch staatliche Finanzierer – breiter geworden.

Die Wachstumsfinanzierung in Deutschland sei nach wie vor unterentwickelt, sagt Gründungspartner Thomas Jetter: „Wir sehen großes Potenzial in der Finanzierung reiferer deutscher Technologie-Start-ups.“ Daran glauben auch die Geldgeber des neuen Fonds: Neben ungenannten institutionellen Investoren und den Vermögensverwaltungen von wohlhabenden Familien haben auch der European Investment Fund und die staatliche Förderbank KfW Gelder bereitgestellt.