DIG ist aus der Fusion der Versicherungsportale Knip und Komparu hervorgegangen – und tritt nun als IT-Dienstleister für Banken und Versicherungen auf.

Beobachter deuteten es als „Paukenschlag“ auf dem Markt für Versicherungstechnologie-Start-ups: Im Juli 2017 hatte der in Zürich und Berlin ansässige Online-Makler Knip bekanntgegeben, mit der Vergleichsplattform Komparu aus Amsterdam zusammenzugehen. Gründer Dennis Just verließ das Unternehmen – stattdessen übernahm Ingo Weber, einst Geschäftsführer des Vergleichsportals Verivox, das Ruder bei der neuen Digital Insurance Group (DIG).

Ein Jahr später wird immer deutlicher, wie sich das fusionierte Unternehmen aufstellt. Zwar gibt es weiterhin Knip und Komparu, zunehmend rückt aber ein neues Standbein in den Fokus: Weber positioniert DIG als IT-Dienstleister für Versicherungen und Banken. Gerade hat das Unternehmen bekanntgegeben, einen Mehrjahresvertrag mit der Zurich-Gruppe unterzeichnet zu geben. Der Schweizer Versicherungskonzern ist zudem neben dem Wagniskapitalgeber Finch Capital Ankerinvestor einer Finanzierungsrunde über 15 Millionen Euro.

Sein Unternehmen werde die Zurich-Gruppe weltweit bei der Umsetzung ihrer Digitalisierungsstrategie unterstützen, erklärt Weber auf Nachfrage von WirtschaftsWoche Gründer. Konkrete Vorhaben dürfe man nicht nennen. „Generell ermöglicht unsere Technologie die schnelle Entwicklung und Implementierung von mobilen Apps, Kundenportal, CRM-Systemen, Big Data Analytics sowie die Einführung von neuen Produktion wie On-Demand-Versicherungen.“

Problemlöser für Versicherer

Trotz des Einstiegs von Zurich arbeitet DIG auch für andere Unternehmen der Branche. „Klar ist, alle Versicherer haben weltweit ähnliche Probleme: Zahlreiche und veraltete IT Systeme, daher fällt vielen die Umsetzung von innovativen Lösungen extrem schwer“, sagt Weber. „Das ist eine riesige Chance für uns.“ Auch für Banken sei DIG tätig. Dabei gehe es um die Integration von Versicherungslösungen in bestehende Apps und E-Banking-Systeme.

Das neue Dienstleistungsangebot zeigt aus Sicht Webers auch, dass sich die bei der Fusion versprochenen Synergien zwischen Knip und Komparu einstellen. „Die DIG hat die bestehende Technologie der beiden Firmen genutzt, um eine neue technologische Plattform zu bauen, die aus modernsten Bausteinen besteht um mit denen Lösungen für Versicherer und Banken angeboten werden.“

Branchenexperten erwarten Neuausrichtungen

Knip und Kompura beackern unterschiedliche Geschäftsfelder, die weiterhin bestehen bleiben sollen. Knip versteht sich nach wie vor als „digitaler Maklerservice“ für Endkunden in Deutschland und der Schweiz. Komparu dagegen bietet anderen Unternehmen eine Software an, mit der diese Preisvergleiche für Versicherungen, Energieversorger, Mobilfunkverträge und ähnliches realisieren können. Gestartet war Komparu einst als Preisvergleichsportal für Kfz- und Krankenversicherungen.

Neuausrichtungen wie diese werden nach Einschätzung von Branchenexperten künftig häufiger auftreten. So prognostizierte die Strategieberatung Oliver Wyman Ende des Jahres in einer Studie, dass eine zunehmende Zahl von Insurtechs angesichts des Wettbewerbsdrucks ihr Geschäftsmodell in lukrativere Felder verlagern werden. Eine weitere Vorhersage war, dass traditionelle Versicherer zunehmend als Investoren von Insurtechs auftreten.