WirtschaftsWoche Gründer hat sie exklusiv: die drei Gewinner des Merck-Accelerators. Wen sich der Pharmakonzern Merck ausgesucht hat und was überschüssige Aminosäuren damit zu tun haben.

Von Laura Waßermann

Mobile Apotheken, digitale Orientierungshilfen für Krankenhäuser und umweltfreundliche Schminke: Wenn es nach dem deutschen Chemie- und Pharmakonzern Merck geht, werden diese drei Themen künftig unsere Welt bestimmen. Für sein Accelerator-Programm hat Merck mit Apoly, Contagt und Sulfotools drei Start-ups ausgewählt, die sich mit diesen Themen beschäftigen.

Mehr als 70 Jungunternehmer hatten ihre Businesspläne eingereicht, zehn davon hat Merck ins eigene Innovationszentrum in Darmstadt eingeladen. Die vier Kategorien, in denen man sich bewerben konnte, lauteten Healthcare, Life Sciences, Performance Materials und IT.

In das Innovationszentrum gegenüber von der Merck-Hauptzentrale werden die Gründer von Apoly, Contagt und Sulfotools Mitte September einziehen und sich von Merck beraten, betreuen und inspirieren lassen. Und andersherum genauso: Michael Gamber leitet das Innovationszentrum und ist sich sicher, dass auch Merck von der Zusammenarbeit profitieren wird. „Wir sind überzeugt, dass nicht nur die Start-ups von unserem Programm profitieren werden, sondern dass auch wir uns im Austausch mit den jungen Gründerinnen und Gründern jeden Tag aufs Neue weiterentwickeln werden.“ In jedes Start-up investiert Merck 25.000 Euro.

Ein Trend, den nicht nur Merck erkannt hat

Der Accelerator zeigt, dass Merck den momentanen Hub- und Start-up-Trend erkannt hat und ihn mitgestalten will. Es ist nicht das einzige Großunternehmen, das dieses Thema für sich entdeckt hat: Bayer hat im vergangenen Jahr ebenfalls einen Healthcare-Accelerator initiiert, 2013 bereits fand das Accelerator-Programm Hubraum der Deutschen Telekom statt. Doch nicht nur die Gesundheitsbranche boomt diesbezüglich: Die Commerzbank und die Deutsche Bank fördern mehrere FinTech-Start-ups, Axel Springer versucht sich mit seinem Accelerator „Plug and Play“ ebenfalls in diesem Bereich. Das Tech-Magazin t3n titelte nicht umsonst im Februar 2014 „Survival of the Hippest“, was bedeutete, dass Start-up-Kultur und Milliardenbranchen ineinander verschmelzen (sollten).

Auch Merck macht jährlich einen Milliardenumsatz. Michael Gamber sagte vorab im Interview mit Wirtschaftswoche Gründer, dass junge Unternehmen anders tickten als alte und deshalb so interessant seien. „Es geht uns primär um einen Kulturaustausch und wir wollen mit dem Programm auch den Puls am Markt der Start-ups fühlen“, so der Leiter des Innovationszentrums.

Auf den nächsten Seiten stellen wir die Geschäftsmodelle der drei Start-ups vor, für die sich Merck am Ende entschieden hat.