Unternehmenssprecher Hans-Jürgen Croissant führt das auf das Kundenprofil von eGym zurück: „Unser Produkt richtet sich an physiotherapeutische Praxen, Fitnessstudios und Trainer. Wie haben relativ selten direkten Kontakt mit dem Endkunden.“ Deshalb habe das Unternehmen in der Anfangsphase ganz bewusst vor allem mit Fachmedien zusammengearbeitet, anstatt die Geräte in den unzähligen Fitnessmagazinen zu bewerben. „Das wäre reine Sisyphos-Arbeit gewesen. Da haben wir uns lieber auf die B2B-Kommunikation konzentriert, das war deutlich kostengünstiger, effizienter und damit interessanter für uns.“ Vereinfacht könne man sagen: Die technischen Features und die Funktionsweise der Fitnessgeräte seien für die breite Öffentlichkeit nicht so interessant. Erst die große Investitionssumme brachte eGym in die Tagespresse, so Croissant.

Ganz ähnlich ging es Manuela Rasthofer und ihrem Team von Terraloupe. Das Start-up hat eine Software für die eine intelligente Objekterkennung auf Luft- oder Satellitenbildern entwickelt. Für diese Technologie gibt es unzählige Anwendungsmöglichkeiten: Terraloupe erkennt nicht nur Häuser, Fenster und Kamine automatisch, sondern zum Beispiel auch Kurvenradien oder, ob eine Straße nach einem Erdbeben noch befahrbar ist oder nicht – „ganz so, wie wir es programmieren“, sagt Rasthofer.

„Wir wussten nicht, wie man Öffentlichkeitsarbeit angeht“

Aufträge bekommt Terraloupe zum Beispiel von Versicherungsunternehmen. „Die interessieren sich für das gesamte Volumen an umbauten Raum in Bayern, oder die Anzahl der Solaranlagen in der Stadt München. Sie vergleichen dann: Stimmt die Realität mit den versicherten Größen überein? Sonst können Versicherte ja irgendwelche Daten angeben.“ Aber auch die Automobilindustrie nutzt die Daten von Terraloupe, etwa zur Navigation oder für das autonome Fahren. Hilfsorganisationen könnten ein Interesse an der schnellen Analyse von Katastrophengebieten haben. Oder die Bahn den Zustand ihres Schienennetzes überprüfen. 3D Modelle von Terraloupe könnten aber auch in Computerspiele eingebaut werden.

„Damit sind wir hauptsächlich im B2B-Bereich tätig“, erklärt Rasthofer, „wir brauchen gar keine PR im eigentlichen Sinne.“ Außerdem hatten die Gründer im ersten Jahr viel Arbeit mit der Softwareentwicklung und dem Investorenkontakt und „wir haben auch gar nicht genau gewusst, wie man Öffentlichkeitsarbeit strategisch angeht.“ Mittlerweile hat sich diese Einstellung aber geändert. Denn ein gewisser Bekanntheitsgrad ist auch hilfreich bei der Suche nach neuen Mitarbeitern, wie Rasthofer schmerzlich erfahren musste: „Wir suchen studentische Hilfskräfte, wir suchen Programmierer. Wir brauchen eigentlich ständig Verstärkung.“

Deshalb will Terraloupe in Zukunft mehr mit Pressevertretern zusammenarbeiten und sich der Öffentlichkeit präsentieren. Und auch Lars Peters von Bebananas will aus dem Club der Leisetreter aussteigen, allerdings mit anderen Mitteln. „Wir sind noch in der Planungsphase, aber wir wollen mit Foodbloggern zusammenarbeiten, die Social Media Kanäle stärker bespielen und vielleicht einen Imagefilm drehen. Aber keine kommerzielle Werbung“, betont der Gründer. Schließlich soll sein Unternehmen auch nicht zu 100 Prozent kommerziell arbeiten sondern weiterhin organisch wachsen. „Viele sagen: Ihr müsstet viel mehr machen, vielleicht auf Rewe oder Edeka zugehen. Aber das wollen wir gar nicht. Bananenbrot muss kein Massenprodukt werden.“