Von essbaren Strohalmen bis zu Sensoren fürs Autolenkrad: Welche Geschäftsideen heute zur besten Sendezeit im Fernsehen vorgestellt werden.

Mehr noch als die Start-ups haben vergangene Woche die Juroren bei „Die Höhle der Löwen“ für Gesprächsstoff gesorgt – mit einem Streit. Der Anlass: Noch während Dagmar Wöhrl, Georg Kofler und Carsten Maschmeyer sich beraten haben, schlossen Ralf Dümmel und Frank Thelen einen Deal mit den Goleygo-Gründern ab. Vor allem Maschmeyer fühlte sich übervorteilt.

Inzwischen haben sich die Gemüter wieder beruhigt – und neue Allianzen der Juroren sind möglich. Wer auf Start-up-Seite in der heutigen Folge (20:15 Uhr, Vox) um Finanzhilfen buhlt, verrät der Kurzüberblick:

Wisefood
Der Zeitpunkt ist günstig: Kürzlich erst hat die EU beschlossen, Plastik zu verbannen – darunter bei Strohhalmen. Eine ökologische Variante präsentieren Konstantin Neumann (21), Philipp Silbernagel (26) und Danilo Jovicic (29). Die Stuttgarter haben mit „Eatapple“ einen essbaren Strohhalm aus Apfeltrester entwickelt. Das sind die Pressrückstände aus der Saftherstellung. Den „Löwen“ bietet das Trio acht Prozent der Firmenanteile gegen eine Investition von 200.000 Euro an. Seit der Aufzeichnung der Sendung hat sich indes schon einiges getan. Inzwischen bietet das Start-up Wisefood einen verbesserten „Superhalm“ an.

Trockenfix
Wer keinen Trockner hat, weiß: Der große, unhandliche Stoff passt kaum auf einen Wäscheständer, ungefaltet schleifen die Enden über den Boden, gefaltet zerknickt die Wäsche und braucht ewig zum Trocknen. Abhilfe verspricht Andreas Plath (48) aus Hamburg. Mit „Trockenfix“ hat er eine spiralförmige Konstruktion zum Aufhängen der Bettwäsche entwickelt. Um seine Erfindung deutschlandweit in den Handel zu bringen, benötigt der Hamburger 150.000 Euro und bietet 20 Prozent seiner Firmenanteile an.

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Design Bubbles
Auf Luxus-Kerzen hat sich das in Burghausen bei München ansässige Start-up Design Bubbles spezialisiert: Leere Champagnerflaschen werden professionell geschnitten, poliert und mit einem Bio-Sojawachs befüllt. Gründerin Katharina Baumann (26) hat Verträge mit Champagner-Hersteller abgeschlossen, damit sie deren Etiketten exklusiv für ihre Kerzen verwenden kann. Um ihr Geschäft auszubauen, erhofft sich Baumann ein Investment von 200.000 Euro. Sie bietet im Gegenzug 15 Prozent der Firmenanteile an.

Pook
Kanokporn Holtsch (37) stellt ihre „Pook Coconut-Chips” vor. Die Berlinerin ist in Thailand geboren und aufgewachsen und studierte Betriebswirtin. Seit Herbst 2016 führt sie ihre Firma, die die Chips in Thailand produziert und in Deutschland vertreibt. Aktuell gibt es die ohne Fett gerösteten Kokosnussstreifen in den drei Geschmacksrichtungen. Um die Investoren von ihrem Produkt zu begeistern, hat die Gründerin ihren Mann und ihre beiden Kinder mitgebracht. Überzeugt das Familienunternehmen die „Löwen”, die gewünschten 200.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile zu investieren?

Yogaboard
Die Idee von Patrick Walter (31) und Dominic Strobel (30) aus Würzburg: Yoga meets Surfing. Ihr „Yogaboard” ist ein körpergroßes Balance-Board aus Holz mit einer geschwungenen Unterseite. Das Balancieren und Trainieren auf dem Board soll den Gleichgewichtssinn schärfen und die Tiefenmuskulatur aktivieren. Zu den Kunden von Strobel & Walter zählen neben Yogatrainern auch Fitnessstudios, Physiotherapeuten und Sportmediziner. Jetzt wollen sie den Vertrieb ausbauen und benötigen dafür 275.000 Euro. Den „Löwen” bieten sie dafür zehn Prozent an ihrem Unternehmen an.

Curvesys
Denis Güzelocak (35) aus Kranzberg bei München will mit seinem Start-up Curvesys das Autofahren sicherer machen: Er hat ein Sensorsystem entwickelt, das feststellt, ob der Fahrer die Hände am Lenkrad hat. Rutschen die Hände ab – etwa bei Sekundenschlag – geht ein Alarm an. Güzelocak ist sowohl mit Automobilherstellern im Gespräch, damit sie diese Technik implementieren, aber es gibt auch die Möglichkeit des Nachrüstens. Ideen zur Weiterentwicklung hat der 35-Jährige auch schon. So ließen sich in die Lenkräder auch Bedienelemente etwa fürs Radio oder die Fensterheber integrieren. Der Gründer bietet zehn Prozent der Firmenanteile gegen eine Finanzspritze von 300.000 Euro an.