Manfred Ide ist Informatiker und Forstoberinspektor. Mit seinem Start-up Fovea verbindet er beides und zettelt mit seinen Smartphone-Apps eine kleine Revolution im Wald an.

Als ihm Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel auf der CeBIT den Hauptpreis des Gründerwettbewerbs IKT Innovativ überreichte, stach Manfred Ide auf der Bühne zwischen all den Anzugträgern heraus. Mit Trachtenweste und Outdoor-Hose nahm er den mit 30.000 Euro dotierten Preis für seine Smartphone-Apps entgegen. Denn Ide ist technischer Forstoberinspektor, vulgo Förster. Er hat zwar erst Informatik studiert, doch der 29-Jährige ist auf einem Forstbetrieb im Süden von Niedersachsen aufgewachsen und hat deswegen noch einen Abschluss in Forstwirtschaft gemacht.

Nun kombiniert er beide Bereiche mit seinem Start-up Fovea. Gemeinsam mit der Designerin Nadine Weiberg und dem Ingenieur Christopher Herbon entwickeln sie Smartphone-Programme, um die Forstwirtschaft zu digitalisieren. „Förster sind mit vielen Geräten unterwegs, die den halben Kofferraum einnehmen“, sagt Ide, „dabei können fast alle durch ein Smartphone ersetzt werden.“ So berechnet seine App den Holzvorrat pro Hektar Wald – bislang waren dazu Spezialgeräte wie Höhenmesser und Dendrometer nötig.

Das wichtigste Produkt ist jedoch ein Handyprogramm zum Bäume zählen, das Fovea in dieser Woche zur wichtigsten Branchenmesse Interforst auf den Markt bringt. Bislang werden gefällte und gestapelte Baumstämme per Hand gezählt und mit Farbdosen markiert. Was oft eine halbe Stunde dauert, erledigt die Bilderkennung der App mit wenigen Fingertipps.

Ide hat bereits Anfragen von Sägewerken oder Zellstofffabriken in Schweden, Brasilien oder China. Für die Chinesen sind jedoch noch Anpassungen nötig: „Dort wird hauptsächlich Eukalyptus verarbeitet und der hat ganz andere Eigenschaften, beispielsweise bei Farbe und Maserung.“