Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche tritt heute der Gründer von DiaMonTech, Thorsten Lubinski, an. Sein Start-up arbeitet am medizinischen Fingerabdruck-Scanner. Wie urteilt Investor Lars Hinrichs?

Eine halbe Minute mit Investor Lars Hinrichs im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
Wir haben ein Medizingerät entwickelt, mit dem Diabetiker ohne Nadel und Schmerzen ihren Blutzuckerspiegel messen können. Der Nutzer legt seinen Finger auf einen Sensor, der aussieht wie der Fingerabdruck-Scanner beim iPhone. Ein Laser erhitzt die Glukosemoleküle unter der Haut minimal,
so kann ein Wärmesensor den Zuckerspiegel messen. Der Patient merkt davon nichts. Und die Messwerte sind so genau wie beim Test mit der Nadel.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Mein Mitgründer Werner Mäntele forscht seit 40 Jahren zu Messmethoden und hat etwa einen Biersensor entwickelt, der die Zutatenqualität ermittelt. In seinem Team war ein Diabetiker. So entstand die Idee, Zucker zu messen.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Einen schuhkartongroßen Prototyp haben wir schon. Als Nächstes werden wir ein smartphonegroßes Messgerät bauen, das wir an Diabetiker weltweit verkaufen. In Schritt drei lizenzieren wir die Technik dann an Smartwatch und Fitnessbandhersteller.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) …ein guter Mix aus Wissenschaft und unternehmerischem Pragmatismus.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
In unserem Team sind fünf Nationen vertreten, darunter Kolumbianer und Argentinier. Nun müssen wir noch die Frauenquote verbessern. Momentan gibt es nur eine Frau bei uns.

Was war euer größter Rückschlag?
Wir luden einen Investor ein, um ihm stolz unser Gerät vorzuführen. Und hatten kurz zuvor noch schnell neue Funktionen eingebaut – zu schnell, denn die Funktion erwies sich als fehlerhaft. Die Messwerte waren falsch. Der Investor ist natürlich nicht eingestiegen.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann soll niemand mehr mit Nadel und Streifen testen. Auch wollen wir dann weitere Stoffe im Blut messen, etwa den Milchsäurespiegel bei Sportlern.

Fakten zum Start-up

Kunden: Unternehmen, die das Produkt in China und Japan vertreiben wollen
Finanzierung: Wagniskapital
Gründung: 2015 in Berlin
Mitarbeiter: 8

Würde der Profi investieren?

Idee: 5/5
Geschäftsmodell: 5/5
Timing: 5/5

Urteil: „Da würde ich glatt selber investieren. Das Lizenzmodell wird hier vielleicht den Marktstandard setzen. Das Start-up muss schnell sein. Sonst kommt vielleicht ein anderer bis zum Start auf ähnliche Ideen“
Lars Hinrichs, Gründer des Karrierenetzwerkes Xing und Chef des Private Equity Fonds Cinco Capital