Das Logistikunternehmen schließt eine neue Partnerschaft mit dem Frühphasen-Investor Plug and Play. Vorbilder gibt es im eigenen Konzern.

Der große Konzern ist neugierig auf kleine Start-ups: Die Deutsche Post DHL-Group hat eine strategische Partnerschaft mit der Start-up- und Venture-Funding-Plattform Plug and Play abgeschlossen. Ziel ist es, insbesondere in den Kernbereichen Logistik und Mobilität neue Technologie-Start-ups zu identifizieren. „Da wir unsere Marktposition als globaler Vorreiter weiterhin verteidigen möchten, suchen wir kontinuierlich nach neuartigen, disruptiven Geschäftsideen für den Logistikbereich“, sagt Thomas Ogilvie, zuständig für Corporate Development bei der Post. „Zudem haben wir das enorme Potenzial der Digitalisierung erkannt, mit der wir unsere Produktivität steigern und einen noch besseren Service bieten können.“

Zwei Initiativen stehen zu Beginn der Kooperation im Fokus. Zum eine arbeitet die Post zukünftig mit bei der Initiative „Startup Autobahn“, hinter der neben Plug and Play unter anderem auch der Autokonzern Daimler steckt. Daneben sind die Bonner involviert in das Venture-Programm rund um Lieferketten und Logistik. Im Silicon Valley suchen hier etwa Firmen wie die Reederei Maersk, der Elektronikkonzern Panasonic und der deutsche Chemie-Riese BASF nach jungen Firmen mit innovativen Lösungen. „Wir blicken mit Spannung auf das Zeitalter der Industrie 4.0, in dem vollständige Sichtbarkeit und Transparenz der Produkte entlang der gesamten Lieferkette gewährleistet wird sowie Qualität und Nachhaltigkeit in den Fokus gestellt werden – von der Beschaffung bis zur Haustür der Kunden“, sagt Saeed Amidi, Gründer und CEO von Plug and Play. „Wir glauben, dass kreative Start-ups eine wesentliche Rolle bei der Umsetzung dieser Ziele spielen.“

Einen guten Riecher bei der Start-up-Suche hat die Deutsche Post bereits bewiesen. Mit einem Automobil-Start-up sorgt der ehemalige Staatskonzern jetzt bereits für Furore. Der Streetscooter, ein elektronisch angetriebener Lieferwagen, hat viele etablierte Autokonzerne überrascht. Das an der RWTH Aachen gegründete Start-up gehört seit drei Jahren zum Post-Universum. In dieser Woche konnte Streetscooter bereits ein drittes Modell ankündigen – für einen geräumigeren Transporter arbeitet man künftig mit Ford zusammen. Auch ein Pkw mit E-Antrieb ist in Planung.