Das bundeseigene Unternehmen wählt Start-ups für sein neues Programm aus. Dabei blickt das Unternehmen jetzt auch über den Verkehr auf der Schiene heraus.

Eine internationale Gruppe von Start-ups hat es unter die die ersten Programmteilnehmer von „Beyond 1435“ geschafft. Das neue Accelerator-Programm der Deutschen Bahn hatte dabei nach jungen Unternehmen gesucht, die außerhalb des derzeitigen Kern-Geschäftsbereiches des Konzerns unterwegs sind. Auf der Wunschliste standen unter anderem Technologien wie Künstliche Intelligenz oder die Blockchain. „In der Mobilität schafft die Digitalisierung viel Platz für neue Geschäftsmodelle. Die wollen wir fördern“, sagt Stefan Stroh, der zu Beginn des Monats den Posten des Chief Digital Officers bei der Bahn angetreten hat.

Aus 15 Bewerbern fiel die Wahl jetzt auf sechs junge Unternehmen mit ganz unterschiedlichen Ideen: Das einzige deutsche Start-up ist Naventik aus Chemnitz, die an einer verbesserten Satelliten-Navigation arbeiten. Dazu kommen Start-ups aus dem europäischen Ausland und den USA, die sich etwa um Drohnen-Technologie, Zugangsmanagement oder intelligente Spracherkennung kümmern.

Anschluss kann erreicht werden

Alle ausgewählten Unternehmen erhalten für 100 Tage Schreibtische und Unterstützung in der DB mindbox, der Start-up-Zentrale der Deutschen Bahn in Berlin. Dazu kommen 25.000 Euro Startgeld und Zugang zum Daten- und Mentoren-Netzwerk von DB und Plug and Play – die us-amerikanische Innovationsplattform ist in diesem Programm als Partner dabei. Erstmals sieht die Deutsche Bahn zum Programmende auch Anschlussfinanzierungen und Beteiligungen vor.

Das neue Accelerator-Programm ist Teil einer umfangreichen Digitalisierungsstrategie der Deutschen Bahn. Das Unternehmen will konzernweit bis 2018 etwa eine Milliarde Euro in verwandte Projekte investieren. Zusätzlich stehen etwa 100 Millionen Euro Wagniskapital bereit, um sich an Start-ups zu beteiligen. Heute verkündete das Unternehmen so zum Beispiel die Beteiligung an der britischen Firma What3Words, die ein hochpräzises Ortungssystem für Drohnen und Kuriere entwickeln will.

In anderen Accelerator-Programmen schaut die Bahn stärker auf das Kerngeschäft: Hier wurden für die jüngste Runde jetzt auch sechs Start-ups ausgewählt, die beispielsweise Elektromotoren in Zügen überwachen oder 3D-Wartungsaufnahmen von Gleisen liefern. Zehn Tage Zeit für eine Bewerbung bleibt aktuell noch für Start-ups, die innovative Ideen für Geschäfte oder Services an Bahnhöfen mitbringen.