Ein Gründerprojekt in Frankfurt hilft Migranten, ihr eigenes Start-Up zu realisieren. Vom Wunsch der jungen Leute profitiert vor allem die deutsche Wirtschaft.

Von Laura Lewandowski (dpa)

In der Frankfurter Falkstraße sollen große Träume zu barer Münze werden. Junge Kreative aus Frankreich, Kamerun oder aus der Türkei sitzen hier an ihren Schreibtischen und schmieden eifrig Zukunftspläne. Die Ideen sind verschieden, das Ziel ist dasselbe: Sie wollen ein eigenes Unternehmen gründen. Helfen soll das Projekt „ChancenNutzer“, bei dem Experten mit Rat und Tat zur Seite stehen. Voraussetzung ist aber: Die Teilnehmer sind nicht deutsch. Nach Angaben der Programmleiter ist „ChancenNutzer“ bundesweit das erste Angebot dieser Art für Menschen unter 30 Jahren mit Migrationshintergrund.

Das Projekt ist Teil der Organisation „Social Impact Lab Frankfurt“, eine Initiative der gemeinnützigen Stiftung JP Morgan Chase Foundation, der KfW Stiftung und der Social Impact GmbH. Die Start-Up-Werkstatt öffnete im Februar 2014 ihre Pforten, aus etwa 30 Kreativen besteht das Team unter der Leitung von Berater Nils Hafa derzeit. Mit dabei sind auch der Deutsch-Türke Murat Serbes und sein bulgarischer Ex-Studienkollege, Bogdan Obretenov. Sie wollen gemeinsam eine mobile Plattform für Gastronomen ins Leben rufen.

Das Projekt bietet den beiden studierten Wirtschaftswissenschaftlern die Möglichkeit, sich mit anderen Gründern auszutauschen, mit ihnen die Räumlichkeiten zu teilen und so Kosten zu sparen. Nur einige der vielen Vorteile, sagen sie: „Wir kennen nur die Theorie, aber haben viele praktische Fragen: Wie geht Buchhaltung, worauf muss man bei Verträgen achten, wie sollen wir das ganze Projekt umsetzen?“, sagt der 25-jährige Bulgare. Bei Vorträgen und Seminaren im „Social Impact Lab Frankfurt“ finden die beiden die gesuchten Antworten.