Steve Jobs, Richard Branson, Elon Musk: Viele erfolgreiche Gründer stechen durch ihr Charisma hervor – doch müssen Unternehmer unbedingt Rampensäue sein?

Von Till Daldrup

Die Keynote, der Auftritt vor Kunden und Investoren, ist mittlerweile zu einer Paradedisziplin für junge Gründer geworden: Sie ist die Gelegenheit, andere Menschen von ihrer Idee zu überzeugen – und dabei ihr eigenes Charisma auszuspielen. Fast schon legendär sind die Produktvorstellungen von Apple-Chef Steve Jobs und auch deutsche Unternehmer wie Oliver Samwer beherrschen den großen Auftritt. Doch wie wichtig ist die Gründerpersönlichkeit für den Erfolg eines Unternehmens?

„Ein Gründer muss von seiner Idee überzeugt sein und Lust haben, ungewöhnliche Wege zu gehen“, sagt Reza Asghari, Professor für Entrepreneurship an der Technischen Universität Braunschweig. „Leidenschaft und Kreativität sind ausschlaggebende Faktoren, die eine Gründung zum Erfolg führen.“

Das zeigt auch ein Studie des Deutschen Institus für Wirtschaft (DIW) und des Instituts für Zukunft der Arbeit (IZA) aus dem Jahr 2011: Demnach sind Unternehmer erfolgreich, wenn sie offen für neues, extrovertiert und emotional stabil sind.

In manchen Fällen sei die Persönlichkeit sogar wichtiger als das Konzept eines Unternehmers, sagt Asghari. „Ein Gründungsprozess ist evolutorisch und eine Idee kann im Verlauf angepasst werden. Aber ein Unternehmer, der permanent reflektiert und überzeugend wirkt, ist eine Grundvoraussetzung.“

Denn ein charismatischer Gründer kann nicht nur seine eigenen Mitarbeiter begeistern, sondern auch Investoren anlocken. „Es ist bewiesen, dass Geldgeber zuerst auf die Charaktereigenschaften des Gründers achten“, sagt Asghari. „Das Konzept kann hier und da Lücken aufweisen, fehlende Persönlichkeit wird aber nicht verziehen.“