Je seltener handgeschriebene Briefe werden, desto größer ist ihr emotionaler Wert. Thorsten Petzold hat aus dieser Erkenntnis ein Unternehmen gemacht.

Den ersten Brief schrieb Thorsten Petzold noch selbst. „Aber nach 30 Minuten tat mir das Handgelenk weh“, erinnert sich der 46-Jährige. Jetzt beschäftigt er 70 Schreiber. „Schönschreiber“, darauf legt er Wert. Schließlich verdient er sein Geld damit, dass seine Mitarbeiter im Auftrag von Unternehmen und Privatleuten handgeschriebene Briefe verfassen. Im April 2013 hat er sein Unternehmen in Berlin gegründet: Schreibstatt. „Gegen die Massendrucksachen, E-Mails und SMS muss man sich auch mal abgrenzen“, erklärt Petzold sein Geschäftsmodell. 95 Prozent der Aufträge kommen von Firmen, die meisten geben den Text vor.

Für 19 Cent schreibt Petzold schon einen Namen auf eine Tischkarte, für Briefe mit 51 Wörtern verlangt er zwischen 3,75 und 5,95 Euro je nach Schriftart. Rund 70 Schriftbilder stehen zur Auswahl, säuberlich aufgeteilt in Basic und Premium. Kuvertieren und Briefmarke aufkleben kosten extra.

„Unsere Kunden sitzen meist in Deutschland, wir haben aber auch viele in der Schweiz“, sagt Petzold. Auch für Banken in New York griffen seine Schreiberlinge schon zum Stift. In sieben Sprachen lässt er schreiben, jeweils von Muttersprachlern.

„Man erkennt am Schriftbild, ob der Schreiber die Sprache gut kennt“, behauptet Petzold. Aber an Filialen im Ausland denkt er noch nicht. „Unser Fokus ist jetzt Deutschland.“