Die Software des Unternehmens soll helfen, Roboterautos mit aktuellen Kartendaten zu versorgen – und so die Sicherheit verbessern.

Neben Sensoren am Fahrzeug gelten Live-Karten als wichtiger Baustein für das autonome Fahren: Frühzeitig sollen die Roboterautos über neue Hindernisse, veränderte Straßenverläufe und Ampeln informiert werden. An einem passenden Softwaregerüst für das Erfassen und Verwalten der Informationen arbeitet das im kalifornischen Palo Alto ansässige Start-up DeepMap – und hat mit Bosch nun einen strategischen Investor aus Deutschland gefunden.

Wie der Stuttgarter Technologiekonzern heute bekannt gab, hat sich der Wagniskapitalarm Robert Bosch Venture Capital (RBVC) an dem US-Start-up beteiligt. Eine Summe nannte Bosch nicht – typischerweise investiert der Konzern in einzelne Unternehmen bis zu 15 Millionen Euro. Insgesamt ist RBVC mit einem Fondsvolumen von mehr als 300 Millionen Euro aktuell an mehr als 35 Technologie-Start-ups aus aller Welt beteiligt.

„Karten, die explizit dafür designt sind, von Maschinen gelesen zu werden, sind eine Schlüsseltechnologie für die Sicherheit beim autonomen Fahren“, kommentierte RBCV-Geschäftsführer Ingo Rahmesohl das aktuelle Investment.  Bosch selbst ist seit Anfang des Jahres auch an Here Maps beteiligt. Der ehemals zu Nokia gehörende Kartendienst, der von Audi, BMW und Daimler übernommen wurde, setzt ebenfalls auf Live-Karten.

Gegründet von Ex-Google-Mitarbeitern

Hinter DeepMap stehen ehemalige Mitarbeiter Google, Apple und Baidu. Sie haben jeweils an den Kartendiensten der Techriesen gearbeitet. Das Team um CEO James Wu ist mittlerweile auf 75 Mitarbeiter gewachsen. Zuletzt hatte das vor zwei Jahren gegründete Start-up im Mai 2017 eine Finanzierungsrunde in Höhe von 25 Millionen US-Dollar bekanntgegeben. Zu den Investoren zählen die Wagniskapitalunternehmen Accel Partners, GSR Ventures und Andreessen Horowitz.

Vielversprechende Technologien für das autonome Fahren entwickeln derzeit auch viele in Deutschland ansässige Start-ups. Artisense etwa will per Software das „Sehvermögen“ der Fahrzeuge verbessern. An Algorithmen für eine präzisere Lokalisation arbeitet Naventik. Understand AI wiederum will das Training von Roboterautos mit künstlicher Intelligenz vereinfachen.