Das Factoring-Start-up Decimo erhält eine sechsstellige Summe von einem der Intershop-Mitgründer.

Das Start-up Decimo hat einen prominenten Investor gefunden. Das Berliner Unternehmen, das Selbstständigen und kleinen Unternehmen Rechnungen abkauft, erhält eine sechsstellige Summe von einem der Intershop-Mitgründer, wie Decimo am Mittwoch in einer Mitteilung bekannt gab. Wie viel der Business Angel genau investiert hat, verrät das Start-up nicht.

Decimo wurde 2012 von Andreas Dubrow und Philipp Kalwies gegründet. Die Berliner bieten das sogenannte Factoring für Freiberufler und Mittelständler an. Bei dieser Art des Geschäftsmodells kauft ein Unternehmen – in diesem Fall Decimo – die Rechnungen, die ein Selbstständiger oder ein kleiner Betrieb an einen Auftraggeber stellt. Für den Freiberufler oder die Firma bietet das den Vorteil, dass er das Geld sofort und ohne Wartezeiten erhält. Große Konzerne nutzen das Factoring auch, um ihre Bilanzen aufzuhübschen. Für Selbstständige ist das gewöhnlich weniger interessant, sofern sie nicht einen Kreidt bei der Bank beantragen und deshalb vorab ihren Bargeldbestand erhöhen wollen.

Viel Konkurrenz aus der Start-up-Szene

Für seinen Service nimmt Decimo eine Gebühr von mindestens 2,9 Prozent des Rechnungsbetrags. Gewöhnlich werden die Gebühren aber gesondert ausgehandelt. Das Geschäftsmodell funktioniert für den Nutzer allerdings nicht ohne Risiko. Wenn der Auftraggeber etwa eine Rechnung nicht begleicht und das Start-up auf den Ausgaben sitzen bleibt, muss der Nutzer den kompletten Betrag an Decimo zurücküberweisen. Gleichzeitig übernimmt das Unternehmen auch das Ausfallrisiko nicht.

Das Factoring-Geschäft mit Freiberuflern haben auch andere Start-ups wie beispielsweise Pagido oder Rechnung48 bereits entdeckt. Der Decimo-Konkurrent Pagido hat sich anfangs auf Selbstständige in der Medienbranche spezialisiert, bietet seinen Service inzwischen aber ebenfalls für anderen Freiberufler und kleine sowie mittelständische Unternehmen an.