Mit der gleichnamigen App verbindet das Dresdner Startup Lovoo schon über acht Millionen flirtende Menschen in Echtzeit.

Eine der angesagtesten deutschen Apps kommt nicht aus Berlin, Hamburg oder München, sondern aus Dresden. Mehr als acht Millionen Menschen haben inzwischen Lovoo installiert, um mit dem Smartphone zu flirten. Sie können sich andere Nutzer in der Umgebung anzeigen lassen und sich bei gegenseitigem Gefallen Nachrichten oder virtuelle Küsschen schicken. Dazu müssen beide ihre jeweiligen Profilbilder positiv bewerten. Von den bekannten Partnerbörsen im Netz unterscheidet sich Lovoo in einem entscheidenden Punkt. „Im Gegensatz zu den meisten Online-Dating-Anbietern kann man bei uns auch kostenlos Kontakt aufnehmen“, sagt Gründer Benjamin Bak.

Geld verdient er mit Werbung und kostenpflichtigen Zusatzdiensten, mit denen ihre Profile aus der Masse hervorheben können. So kostet es beispielsweise etwa 50 Cent, für 24 Stunden statt auf dem Umgebungsradar nicht als farbiger Punkt, sondern mit einem Foto zu erscheinen. Die Minibeträge summieren sich: „Wir erzielen monatlich einen siebenstelligen Umsatz“, sagt Bak. Vor allem die männlichen Nutzer buchen die Zusatzdienste rege, der Frauenanteil beträgt ein Drittel.

Im vergangen Jahr war Bak auch drei Monate in den USA, als Teilnehmer des German Silicon Valley Accelerator Programms eroierte er den dortigen Markt. Dabei lernte er auch den US-Konkurrent Tinder kennen, der ebenfalls auf eine Fotobewertungsfunktion setzt. Die App erfährt einen enormen Hype, vor allem nachdem im Olympischen Dorf zahlreiche prominente Sportler öffentlich vom „tindern“ schwärmten, erfuhr sie auch hierzulande einen Popularitätsschub. Wohl auch als Reaktion darauf haben die Dresdner ihre Fotobewertungsfunktion zu Monatsbeginn auch noch als eigene App unter dem Namen Voo herausgebracht. Im Gegensatz zu Tinder muss man sich dabei jedoch nicht mit seinem Facebook-Profil anmelden.

Einen Markteintritt in den USA haben die Dresdner dagegen erst einmal hinten angestellt, stattdessen entschieden sie sich, erst einmal in Europa zu expandieren. In Großbritannien, Frankreich und Spanien hat Lovoo inzwischen auch schon etwa eine Million Nutzer.

In Italien und Brasilien ist die App gerade gestartet. Um den internationalen Markt mit Muttersprachlern zu betreuen, hat Lovoo im Februar noch ein weiteres Büro eröffnet: in Berlin.