Um Essen drehte sich alles in der achten Auflage des „Innovation and Retail“ der Metro Group und dem Verein Start-up-Dorf. Was zu erwarten ist.

Von Johanna Küppers

Wie werden sich die Menschen von morgen ernähren? Die Umwelt leidet unter den aktuellen Produktionswegen der Lebensmittelindustrie, es muss etwas verändert werden. Insekten? Powershakes? Welche Produkte sind nachhaltig, überzeugen gleichzeitig die Kunden und könnten somit eine Lösung sein? Das „Innovation and Retail“-Treffen, dieses Mal mit Unterstützung des „German Food Startups Meetup“, schaffte eine entspannte und ungezwungene Atmosphäre in der Garage Bilk in Düsseldorf. Zwischen bequemen Sesseln und Kostproben der Produkte präsentierten drei Start-ups Lösungsansätze für den Food-Markt.

Die Lebensmittelbranche ist im Umbruch: Eine Lösung lautet Insekten. Die Jungs von „Bugfoundation“ stellen Burger her – mit einem Insekten-Anteil von 43 Prozent. Die sogenannten „Patties“, die sonst aus Fleisch bestehen, werden nun mit Buffalowürmern verfeinert. „Die restlichen Zutaten verraten wir nicht gerne, sie sind aber alle vegetarisch“, sagt Max Krämer, einer der Gründer. Zusammen mit seinem besten Freund Baris Özel gründete er das Unternehmen 2014 in Osnabrück. Von Anfang an stieß die Idee auf viele Befürworter. Mit Hilfe des Deutschen Institutes für Lebensmitteltechnik entwickelten sie eine Rezeptur und verkaufen ihre Burger nun in zwei Restaurants in Brüssel. Bis 2018 ist ihnen der Weg in andere europäische Länder noch verwehrt. Grund dafür ist die Novel-Food-Verordnung der Europäischen Union, die bis jetzt Insekten als Nahrungsmittel nicht berücksichtigte.

In der Zwischenzeit haben die Gründer bereits zwei EU-Förderungen im Wert von 32.000 Euro erhalten und vor wenigen Tagen noch den Zuschlag für das EU-Forschungsrahmenprogramm bekommen. Beim Innovationspreis Niedersachsen sind sie unter den letzten drei. Die Idee etwas Fremdes in ein bereits bekanntes Produkt zu integrieren, kommt gut an. Trotzdem bestehen Herausforderungen: Produktion und Ekel sind zwei davon. Die Insektenproduktion ist noch sehr teuer und umständlich, da bis jetzt nur kleine Familienbetriebe Insekten züchten. „Wir haben bereits mit Landwirten gesprochen, die sich vorstellen könnten Insekten zu züchten. Für weniger konkurrenzfähige Landwirte wäre dies eine Chance sich in einer Nische zu etablieren“, sagt Özel.

Die Gründer von Bugfoundation hatten Glück, normalerweise ist es nicht so leicht finanzielle Unterstützung für Ideen in der Food Branche zu erhalten. Denn anders als bei neuen Technologien fehlt für Innovationen in der Gastronomie häufig das Verständnis bei den Investoren.