Groß denken, klein anfangen: Mit seinem Buch „Das 4-Stunden-Start-up“ will Unternehmer Felix Plötz zum Gründen neben dem Job motivieren.

Von Katja Scherer

Wahre Gründer riskieren alles für ihre Idee? Echte Unternehmer sind Menschen mit Visionen, für die das Fehlen von Sicherheit nicht mehr ist als ein Kollateralschaden beim Streben nach der großen Freiheit? Nicht unbedingt, sagt Start-up-Unternehmer und Autor Felix Plötz. In seinem neuen Buch „Das 4-Stunden-Start-up“ entwirft er ein anderes Bild: Für ihn sind Gründer jene Menschen, die sich trauen, den Status von „Hätte-Wäre-Könnte“ zu überwinden und ihre Pläne in die Tat umzusetzen – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Der Autor gehört selbst zu diesem Typus Gründer. Nach seinem Studium hat der Wirtschaftsingenieur zunächst im Konzern angeheuert und Schritt für Schritt die klassische Karriereleiter erklommen – vom Trainee zum Vertriebsmanager mit guten Aufstiegschancen. Bis er 29 Jahre alt war – und das Gefühl hatte, innerlich zu stagnieren.

„Mein Leben war […] furchtbar eindimensional geworden. Es bestand nur noch daraus: arbeiten, kaputt nach Hause kommen, mich in meiner Freizeit mit Facebook, Fernsehen und anderen Belanglosigkeiten beschäftigt halten, die Wochenenden herbeisehnen und ab und zu den Kontostand checken“, schreibt er in seinem Buch.

Träume leben, ohne zu kündigen

Auf der Suche nach dem Sinn gründete er neben seinem Vollzeitjob ein Start-up. Bald lief es so gut, dass er sich ganz für die Selbstständigkeit entschied. Heute reist Plötz als Autor und Vortragsredner durch ganz Deutschland.

Sein neues Buch hat den Anspruch beides zu sein: eine Erzählung, wie er selbst vom Angestellten zum Unternehmer wurde. Und gleichzeitig eine Anleitung für alle, die diesen Schritt ebenfalls gehen wollen. So heißt es im ersten Kapitel: „Dieses Buch macht ein klares Versprechen: Es soll dir zeigen, wie du deine Träume lebst, ohne dafür zu kündigen.“

Dabei mischt Plötz persönliche Erfahrungen mit zahlreichen Praxisbeispielen. Der Autor erzählt unter anderem die Gründungsgeschichten von Nebenbei-Gründungen wie des Fernbusunternehmens Deinbus, dem Online-Portal Lebenslauf.com und dem Spielzeugversand Bibabo. Beispiele, die zeigen sollen: Es gibt nicht den einen Königsweg, sondern viele Möglichkeiten mit einem Feierabend-Start-up erfolgreich zu sein. Beispiele, die beim Leser aber auch den Gedanken zurücklassen: Schaffe ich das?