Das 2007 gegründete baden-württembergische Biotech-Unternehmen Curetis erhält für seinen Lungenentzündungs-Schnelltest die lang erhoffte US-Zulassung.

Das deutsche Biotech-Start-up mit Hauptsitz in Holzgerlingen bei Stuttgart, Curetis, erhält die Erlaubnis seinen Schnelltest für Lungenentzündungen zukünftig auf dem amerikanischen Markt anzuwenden. Das schreibt das Handelsblatt. Für die in Europa bereits vermarktete Plattform habe das Unternehmen nun auch die Zulassung durch die US-Arzneimittelbehörde FDA erhalten. Das junge Unternehmen arbeitet seit drei Jahren an diesem wichtigen Schritt und hat bereits eine Niederlassung mit rund zwei Dutzend Mitarbeitern in San Diego aufgebaut.

Diagnose innerhalb von wenigen Stunden

Mit seinem Schnelltest dringt das Start-up in eine wichtigen Markt vor: Laut Schätzungen dauert es bei etwas einem Drittel der Patienten zu lange die Krankheitserreger genau zu identifizieren und die richtige Diagnose zu stellen. In der Folge werden sie falsch behandelt, erhalten zu viel, zu wenig oder die falschen Antibiotika. Dank der Erfindung des Start-ups, den sogenannten Unyvero-Analysern, soll der Erreger innerhalb von vier bis fünf Stunden erkannt werden, statt wie bisher üblich innerhalb von mehreren Tagen. Bei den Analysern handelt es sich um kühlschrankgroße Geräte, in denen Testkartuschen mit den eigentlichen Diagnose-Reagenzien eingesetzt werden.

Curetis wurde 2007 von früheren Diagnostik-Experten des Philips-Konzerns gegründet und ist seit 2015 an der Euronext in Amsterdam notiert. Dort wird die Firma derzeit mit knapp 100 Millionen Euro bewertet. In der Vergangenheit konnte Curetis rund 153 Millionen Euro an Risikokapital einsammeln. Größte Anteilseigner des Unternehmens sind die Venture-Capital-Firmen LSP, Calibrium Forbion und HBM. Der Pharma- und Diagnostika-Konzern Roche hält rund sechs Prozent. Rund 24 Prozent des Kapitals befinden sich im Streubesitz.