Andreas Fruth, Chef des Rabattportals Cuponation, erklärt im Interview, was seine Nutzer von Schnäppchenjägern unterscheidet und warum das Konzept nur mit Rocket-Partnern nicht funktionieren würde.

Rabatte sind das Geschäftsmodell des Start-ups Cuponation. Auf der Plattform finden Nutzer Vergünstigungen für Parfüm, Urlaub oder Elektronik. Das 2013 in Deutschland gestartete Unternehmen gehört zum Inkubator Rocket Internet und hat erst im Dezember zehn Millionen Euro für die nächsten Schritte eingesammelt. Doch wie funktioniert ein Schnäppchenportal in Zeiten, in denen die „Geiz ist geil“-Mentalität Studien zufolge ausgedient hat?

Im Interview mit WiWo Gründer beantwortet der Geschäftsführer und Mitgründer Andreas Fruth diese Frage und erklärt, bis wann Cuponation profitabel sein will.

WirtschaftsWoche Gründer: Sie bieten mit Ihrem Start-up Cuponation Rabatte an. Laut Konsumforschern geht es Verbrauchern aber heute wieder viel mehr um Qualität als den günstigsten Preis, die „Geiz ist geil“-Mentalität gilt als vorbei. Merken Sie das?
Andreas Fruth: Wenn das so sein sollte, dann merken wir davon nichts.

Woran, glauben Sie, liegt das?
Das liegt an zwei Punkten. Erstens agieren wir global, haben weltweit 50 Millionen Kunden. Selbst wenn so ein Trend in Deutschland existieren sollte, wollen Verbraucher in anderen Ländern durchaus noch sparen. Zweitens sprechen wir nicht die klassischen Schnäppchenjäger an, sondern Menschen, die sich einen neuen hochwertigen Fernseher kaufen wollen, aber zu günstigeren Konditionen. Qualität und Rabatt schließt sich nicht unbedingt aus.

Auf Ihrer Plattform finden sich viele Rabatte für Produkte von Start-ups, die wie auch Sie von Rocket Internet unterstützt werden. Die „Gründerszene“ schrieb dazu kürzlich, Cuponation solle Traffic für die Rocket-Schützlinge generieren. Ist das so?
Das habe ich auch gelesen. Aber die Annahme ist falsch. Wir Start-ups agieren alle als eigenständige Firmen, wir haben alle nicht nur Rocket Internet als Investor. Von den 20.000 Partnerunternehmen auf unserer Webseite kommen vielleicht 100 Firmen aus dem Hause des Inkubators. Das ist nicht mehr als eine Gruppe von Partnern.

„Wir werden attraktiver, je größer die Partner sind“

Es gab also nie Gespräche mit Rocket in diese Richtung, eine Art Verpflichtung, die anderen Unternehmen auf Ihre Plattform zu nehmen?
Nein.

Trotzdem gibt es Cross-Promotion: Sie werben auf eine Art für die anderen Start-ups, die anderen Start-ups für Cuponation. Das hilft doch schon, oder?
Es ist sicher eine Form von Marketing, aber wir haben genügend alternative Möglichkeiten, ob das Google Ad oder Facebook ist. Außerdem muss man bedenken, dass wir für den Nutzer attraktiver werden, je größer die Partner sind, weil diese eine andere Strahlkraft haben. Wenn wir nur mit Rocket-Unternehmen kooperieren würden, würden wir nicht funktionieren.

Wie kommen Sie an Ihre Partner?
Durch eine Mischung aus Angebot und Nachfrage: Wir beschäftigen weltweit Teams, die die Unternehmen ansprechen und Angebote verhandeln. In vielen Märkten sind wir aber auch der größte Spieler. Dort kommen die Konzerne auf uns zu.