Laut eines aktuellen Marktreports ist der deutsche Crowdinvestment-Markt 2017 auf 200 Millionen Euro gewachsen. Vor allem das Immobilien-Segment boomt.

Gemeinsam in unternehmerische Vorhaben investieren: An diesem Ansatz finden immer mehr Privatanleger Gefallen. Um 171 Prozent hat der deutsche Crowdinvestment-Markt im vergangenen Jahr zugelegt und erreichte ein Gesamtvolumen von 200 Millionen Euro. Das ist ein Ergebnis eines aktuellen Markreports des Informationsportals crowdfunding.de.

Für Gründer ist die Entwicklung in zweierlei Hinsicht interessant. Zum einen nutzen viele Crowdfunding als Finanzierungsinstrument, zum anderen haben manche Vermittlungs-Plattformen selbst noch Start-up-Status.

Das starke Wachstum ist vor allem auf den Immobilien-Markt zurückzuführen. Das Finanzierungsvolumen hat sich den Erhebungen zufolge im dritten Jahr in Folge mehr als verdreifacht und liegt nun bei 130 Millionen Euro. Um die Gunst der Anleger buhlen in den Segment inzwischen 15 verschiedene Plattformen – im Vorjahr waren es erst fünf. Marktführer vor Zinsland und Zinsbaustein ist Exporo. Das Hamburger Unternehmen hatte im vergangenen Mai eine Finanzierungsrunde in Höhe von acht Millionen Euro abgeschlossen.

Start-ups sammeln 15 Millionen Euro jährlich ein

Auf 33,9 Millionen Euro mehr als verdoppelt haben sich auch die Crowdfinanzierungen für Unternehmen. Start-ups konnten über Plattformen wie Companisto, Kapilendo und Seedmatch 15 Millionen Euro einsammeln. Allerdings: Eine Aufwärtsbewegung gab es hier in den vergangenen fünf Jahren nicht – das steigende Gesamtvolumen ist laut crowdfunding.de vor allem auf Wachstumsunternehmen und Mittelständler zurückzuführen.

Positiv aus Gründer-Sicht: Auch über internationale Plattformen lassen sich private Investoren finden. So sind dem Report zufolge im vergangenen Jahr außer über die österreichischen Plattformen Green Rocket und Finnest über die britische Plattform Seedrs deutsche Start-ups finanziert worden.

Steigendes Interesse an Energieprojekten

Nach einem Rückgang 2016 wieder zugelegt hat im vergangenen Jahr auch der Crowdinvestment-Markt für Energieprojekte: Das Gesamtfinanzierungsvolumen stieg um 63 Prozent auf 6,1 Millionen Euro. Einschlägige Plattformen sind hier Wiwin, Econeers und GLS Crowd. Für den Report nicht betrachtet worden sind indes Plattformen wie Kickstarter, über die viele Start-ups die Entwicklung neuer Produkte finanzieren.

Manche Verbraucherschützer sehen den Boom des Crowdinvestments kritisch: Sie fürchten, dass unerfahrene Kleinanleger von den Plattformen zu riskanten Anlagen verführt werden. Dem Eindruck versuchte Companisto im Sommer mit einer Auswertung von Nutzerangaben entgegenzutreten. Demnach ist der typische Investor der Plattform anlageerfahren und gut informiert.