Das Potsdamer Start-up Bier Deluxe hat sich auf den Vertrieb von Craft Beer spezialisiert. Künftig will es auch ein eigenes Bier brauen.

von Tobias Bayer

Der Bierkonsum sinkt seit Jahren – mit Ausnahme von Craft Beer. Ihren Ursprung fand die Bewegung in den Achtzigerjahren in den USA. Das Bier galt als Antwort auf die einheitlich schmeckenden Biere der großen Braukonzerne.

Die Craft-Beer-Brauereien setzen auf Regionalität, Authentizität und differenzierte Geschmacksrichtungen. Seit einigen Jahren verbreitet sich der Trend auch in Europa. Zwischen 2009 und 2014 hat sich die Zahl der Mikrobrauereien dort auf etwa 5000 mehr als verdoppelt.

Craft Beer gibt es auch in Deutschland an vielen Orten zu kaufen. Neben Supermärkten sowie kleinen Läden der Manufakturen und Brauereien sind Online-Shops der wichtigste Handelsplatz. Etwa eine Hand voll Anbieter hat sich in Deutschland auf den Verkauf von Craft Beer spezialisiert. Der Vorreiter und Marktführer ist das Potsdamer Start-up Bier Deluxe.

Im Jahr 2012 gründeten  Erik Schnickers und Guido Lange das Unternehmen nach einem Aufenthalt Langes in den USA. Zurück in Brandenburg, baute er mit Schnickers und der Hilfe eines Programmierers seinen Online-Shop für Craft Beer auf. Typisch für Start-ups, versendeten sie die ersten Pakete aus der Garage.

Millionenumsatz mit dem Bierversand

Über seinen E-Commerce Shop bedient Bier Deluxe bis heute über 40.000 Endkunden, Händler sowie Gastronomen mit mehr als 300 meist handgebrauten Craft-Beer-Sorten und diversen wiederbelebten alten Bierstilen.

Mit durchschnittlich 600.000 Besuchern pro Jahr hat das Portal die mit Abstand größte Reichweite am Markt. So kam es im vergangenen Jahr auf fast 1,5 Millionen Euro Umsatz und etwa 20.000 Bestellungen.

Der typische Craft Beer Konsument bei Bier Deluxe ist zwischen 25 und Ende 40, hat einen gehobenen Bildungsgrad und legt Wert auf eine bewusste Ernährung und Qualität. Lag die weibliche Kundschaft in der Anfangszeit noch bei 5 Prozent, ist ihr Anteil auf 30 Prozent gestiegen.