Das Berliner Start-up will ab 2018 die Versicherungsbranche aufmischen. Prominente Investoren sichern diese ambitionierten Pläne jetzt ab.

„Kann Versicherung persönlich sein?” fragt die Homepage von Coya – und liefert bislang keine konkrete Antwort, sondern nur die Möglichkeit, sich in eine Mailing-Liste einzutragen. Investoren glauben jedoch an die Idee einer neuen digitalen Versicherung im Sachbereich, über die bislang noch kaum Details an die Öffentlichkeit gedrungen sind: In dieser Woche konnte das Versicherungs-Start-up eine Anschubfinanzierungsrunde in Höhe von 10 Millionen US-Dollar (knapp 8,5 Millionen Euro) verkünden.

Zu den Geldgebern gehören prominente Investoren und Business Angels. Das Kapital stammt von Peter Thiels Beteiligungsgesellschaft Valar Ventures, sowie den Venture-Capital-Gesellschaften e.ventures und La Famiglia. Von Seiten der privaten Investoren sind unter anderem Trivago-Gründer Rolf Schrömgens und die Kreditech-Gründer Sebastian Diemer und Alexander Graubner-Müller dabei. „Vom Onboarding bis hin zur Schadenbearbeitung hat es die traditionelle Versicherungsindustrie bislang verpasst, Technologien des 21. Jahrhunderts in ihre Geschäftsprozesse zu integrieren, entweder weil sie es nicht will oder weil sie es nicht kann – oder höchstwahrscheinlich beides”, sagt James Fitzgerald, Partner bei Valar Ventures.

Arbeit an der Lizenz

Ab dem kommenden Jahr will Coya sich dann tatsächlich in den Markt wagen. Aktuell arbeitet das Insurtech laut eigenen Angaben daran, eine volle Versicherungslizenz der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zu erhalten.

30 Angestellte arbeiten bereits für das Gründeteam Andrew Shaw, Sebastián Villarroel (beide vormals Kreditech) und Peter Hagen. „Vom ersten Tag anhaben wir uns darauf fokussiert, die besten Leute einzustellen, die genauso ambitioniert sind wie unsere Gründer und auch denselben Drang verspüren, die Versicherungsindustrie zu revolutionieren”, sagt Shaw. Der Bedarf an Insurtech-Mitarbeitern war zuletzt insbesondere in Berlin massiv angestiegen.

Europa auf Rekordkurs

Die jüngste Nachricht passt zu aktuellen Marktzahlen des us-amerikanische Analyse-Unternehmens CB Insight. Das rechnet für den europäischen Insurtech-Markt mit einem Rekordjahr, was die frühen Finanzierungsphasen angeht. Europa sehe eine relevante Zunahme bei Anschubfinanzierungen im Versicherungsbereich, schreiben die Beobachter in einem aktuellen Report.

Nach Großbritannien ist dabei Deutschland der zweitwichtigste Markt für Start-ups und Geldgeber. Hierzulande Deutschland hatte zuletzt WeFox angekündigt, bald auch eigene Versicherungsprodukte einzuführen. Knip und Komparu fusionierten dagegen vor wenigen Wochen – auch, um Einsparungen zu ermöglichen.

Nach 30 gezählten Early-Stage-Runden mit einem Volumen von etwa 108 Millionen Euro im vergangenen Jahr haben die Experten bis Mitte August bereits 25 Frühfinanzierungen mit einem Volumen von 74 Millionen Euro gezählt – und rechnen fest damit, dass diese bisherigen Bestmarken bis Jahresende geknackt werden.