Das Versicherungs-Start-up sammelt 25 Millionen Euro ein. Für den Produktstart fehlt jetzt noch die Lizenz – einige Insurtechs haben diese Hürde bereits genommen.

Mit Details zum Produkt ist das Start-up weiter vorsichtig: Seit einem Jahr wird die Homepage von Coya davon bestimmt, dass sich neugierige Nutzer in eine Mailingliste eintragen können. „Bald geht es los“ versichern die Macher auf der Internetseite, in der aktuellen Pressemitteilung wird ein „transparentes Sachversicherungsangebot“ ab diesem Sommer versprochen. 55 Mitarbeiter sind nach eigene Angaben bereits für das Start-up unterwegs.

Die Finanzierung des angehenden Digital-Versicherers bleibt dabei äußerst solide: Nach einer ersten Investmentrunde über etwa acht Millionen Euro im Vorjahr legen nun Geldgeber mit 25 Millionen Euro nach. Dank der finanzstarken Gesellschafter sei nun der „Treibstoff für die Entwicklung von digitalen Versicherungslösungen“ bereitgestellt, heißt es in einer Pressemitteilung.

Das Geld stammt unter anderem vom amerikanischen Risikokapitalgeber Valar Ventures, hinter dem auch der umstrittene deutschstämmige Investor Peter Thiel steht, sowie dem Frühphaseninvestor e.ventures, und den Risikokapitalfonds La Famiglia und Yabeo. „Neue Technologien werden den traditionellen Versicherungsmarkt kurzfristig verändern und mittelfristig vollständig ersetzen“, sagt e.ventures-Principal Christian Miele. „Wer das jetzt erkennt, wird langfristig bestehen können.“

Unterwegs zur Zulassung

Noch fehlt dem Start-up die Lizenz der zuständige Aufsichtsbehörde Bafin, um mit dem Produkt auf den Markt zu gehen. Einige andere sogenannte Insurtechs haben diesen Schritt bereits geschafft: Als erster der digitalen Herausforderer für eine noch traditionelle Branche gelang es dem Berliner Start-up Element im vergangenen Herbst, eine Zulassung als Schaden- und Unfallversicherung zu erhalten.

Das junge Unternehmen wendet sich nicht direkt an Kunden, sondern bietet seine Software-Produkte als Lizenzlösungen für andere Firmen an. Mit einem ähnlichen Konzept erhielt Anfang März das Start-up Neodigital eine Lizenz.

Nicht immer muss eine Bafin-Lizenz das Ziel der jungen Unternehmen sein. Einen Umweg über Liechtenstein hat etwas das digitale Versicherungs-Start-up One genommen, hinter dem unter anderem das Versicherungsportal Wefox sowie einige prominente Investoren stehen.