Das größte Coworking Space in Deutschland ist das Betahaus. „Wir sind eine ziemlich heterogene Gruppe: Grafiker, Designer, Übersetzer, Entwickler, Fotografen, Künstler, Journalisten, Coaches, Diplomanden oder Leute, die einen festen Job haben, sich aber einfach mal umsehen wollen, was es noch so gibt,“ sagt Christoph Fahle, einer der Verantwortlichen.

Gerade junge Start-ups schätzen die Tatsache, dass sie auch kurzfristig und für eine geringe Zeitspanne einen Schreibtisch anmieten können: „Für viele Selbstständige ist es wichtig, flexibel zu unterschiedlichen Zeiten an unterschiedlichen Orten zur arbeiten“, sagt Schmidt vom IRS. Für Freiberufler und Start-ups biete ein Coworking Space nicht nur Kostenvorteile, sondern auch geringere Risiken. Der Mietvertrag läuft beispielsweise nicht wie üblich mehrere Jahre, sondern Arbeitsplätze sowie Meeting- und Workshops-Räume und einzelne Büro-Dienstleistungen können stunden- und tageweise gebucht werden.

Wie sich Labs unterscheiden

Was ist ein Lab?
Ein Lab ist ein physischer oder virtueller Raum, der Innovationen unterstützen soll. Sie sind eine Art Experimentierfelder. Die Labs zeichnen sich gewöhnlich dadurch aus, dass Beteiligte dort branchenübergreifend arbeiten.
Quelle: „Innovations- und Kreativlabs in Berlin – eine Bestandsaufnahme: Räume und Events als Schnittstellen von Innovation und Kreativität“, Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung in Zusammenarbeit mit dem Geographischen Institut der Humboldt-Universität (2013)
Grassroot Labs
Ein sogenanntes Grassroot Lab hat zumeist eine Art Werkstattcharakter. Die Idee ist meist privat motiviert, die Arbeitsräume sind aber für Interessierte zugänglich. In dieser Art des Labs geht es vor allem um Spaß am Experimentieren, heißt es in der Studie des IRS und der Humboldt-Universität.
Coworking Labs
Einrichtungen, die Arbeitsräume sowie Austausch bieten. Die Räume können Beschäftigte aus allen Bereichen mieten. Die Nutzungsbedingungen sind flexibel, das gilt zum Beispiel für den Mietzeitraum. Auch Veranstaltungen und Events gehören zum Portfolio von Coworking Labs.
Unternehmenseigene Labs
Unternehmen versuchen, durch eigene Labs Ideen zu fördern. In der Studie heißt es dazu, es gehe darum, „Innovationsprozesse durch die gezielte Einbindung externer Experten“ anzustoßen. Das sind zum Beispiel Start-ups, die für ihre Ideen Infrastruktur und Programme angeboten bekommen.
Forschungs- und Hochschulnahe Labs
Bei Universitäten oder Forschungseinrichtungen geht es ebenfalls darum, Ideen durch einen speziellen Arbeitsraum zu fördern. Arbeiten können in diesen Labs Unternehmen, Start-ups, aber auch Verbraucher. Es geht gewöhnlich darum, die Ergebnisse auch mit Forschung zu begleiten. Das kann auch zu Start-up Gründungen der Wissenschaftler führen.

Warum kann das Arbeiten im Coworking Space gerade für junge Unternehmen besonders hilfreich sein? „Ein Unternehmen von 0 auf 100 zu entwickeln, dass schaffen junge Gründer schneller in einem Coworking-Space, weil sie Hilfe bekommen von Menschen, die in ähnlichen Situationen sind. Außerdem ist das Risiko für den Gründer geringer, etwa bei den Mietkosten und er profitiert auf der anderen Seite vom Netzwerk des Hauses, “ sagt Fahle vom Betahaus.

Ähnlich sieht das auch Yvonne Firdaus. Sie leitet die GarageBilk in Düsseldorf. „Ein Coworking Space ist ein Ort für Kommunikation. Aus den vielen Gesprächen entstehen ständig neue Ideen, neue Arbeitsgruppen und – Gemeinschaften – und jede Menge neue Firmen. Idealtypisch treffen Freiberufler aufeinander, schließen sich im Rahmen von Projekten zusammen, entwickeln daraus gemeinsame Ideen, welches dann in die Gründung einer neuen Firma mündet.“

Laut „Deskmag“, einem Online-Fachmagazin, konnten 88 Prozent der Nutzer von Coworking Spaces ihr geschäftliches Netzwerk vergrößern, 32 Prozent steigerten sogar ihr Einkommen – durch mehr Kommunikation, mehr Kontakte und mehr Kunden.