Statt zu Hause zu arbeiten, mieten sich viele Start-ups in Coworking Spaces ein. Dort können sie sich mit anderen Kreativen austauschen. Doch die Vorteile können mit der Zeit schwinden.

Als Francois Casanova vor einem Jahr die Fitnesssuchmaschine fitogram.de gründete, tat er das bewusst im Clusterhaus Köln, einem Coworking Space. „Als Gründer fühlt man sich vor allem am Anfang alleine, und dann kann es helfen, von Menschen umgeben zu sein, die ähnliche Erfahrungen machen oder schon gemacht haben.“

Casanova ist mit dieser Entscheidung nicht allein. In Deutschland arbeiten nach Angaben des Magazins Deskmag etwa 11.000 Menschen in sogenannten Coworking Spaces wie dem Kölner Clusterhaus oder dem Berliner Betahaus. In einem Coworking Space kommen Menschen, wie es das Wort schon sagt, zusammen in einem größeren Raum – arbeiten aber in unterschiedlichen Unternehmen und Projekten. Ein Trend, der ursprünglich aus New York kommt, sich mittlerweile aber auch mehr und mehr in Deutschland durchsetzt.

Was für ein Coworking Space spricht

Feste Tagesstruktur – durch Öffnungszeiten
Synergieeffekte mit anderen Start-ups
Motivation für die eigene Arbeit

Die Idee hinter dem gemeinschaftlichen Arbeitsraum: branchenübergreifender Austausch. „Ein Coworking Space geht darüber hinaus, nebeneinander her zu arbeiten“, sagt Suntje Schmidt vom Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS). „Es geht vielmehr um Interaktion.“ Gemeinsam mit ihrer Kollegin Verena Brinks hat sie 2013 eine Studie erstellt, die sich mit der Lab-Szene in Berlin auseinandersetzt. Der Austausch bei Coworking Spaces wird demnach beispielsweise durch „thematisch fokussierte Programme und Veranstaltungen“ unterstützt. Theoretisch könnten Selbstständige und Start-ups auch in den heimischen vier Wänden arbeiten und gründen. Doch: „Zu Hause fühlen sich manche Freiberufler nicht kreativ“, so Brinks vom IRS.