Die Nachfrage nach geteilten Arbeitsflächen steigt weiter an, zeigt eine Studie. Trotz großer Pläne hängt Deutschland heute noch hinterher.

An London kommt keiner vorbei: In der britischen Hauptstadt seien geschätzt bereits knapp eine Million Quadratmeter Bürofläche für Coworking vermietet. Das geht aus Zahlen eines aktuellen Reports der Immobilienberater Cushman & Wakefield  hervor. Damit sei das Angebot in London weit mehr als doppelt so groß wie in Amsterdam, dem zweiten auf der Rangliste der europäischen Coworking-Städte.

Die Berater sind jedoch überzeugt, dass auch der deutsche Markt gehörig aufholen wird – einer politischen Entscheidung sei Dank: „Es ist davon auszugehen, dass Berlin zu den Brexit-Gewinnern als Sitz für Start-ups gehören wird“, schließen die Autoren des Berichts daraus.

So gehen die Berater davon aus, dass insbesondere Wework sein Flächenangebot in Berlin erheblich erweitern werde. In der Hauptstadt war im vergangenen Jahr viel von anderen Anbietern zu hören. Im November hatte etwa Rent24 zum Beispiel eine weitere Fläche in Berlin eröffnet, dazu kam die Übernahme eines Konkurrenten. Die Factory Berlin hatte ebenfalls weitere 14.000 Quadratmeter angekündigt. Einige der Anbieter kombinieren die Arbeitsflächen mittlerweile auch mit Apartments.

Neben Start-ups gehören auch immer wieder Großunternehmen zu den Mietern in den Coworking-Spaces. Sie suchen dort oft den Austausch mit jungen Unternehmen. Auf deutlich niedrigerem Niveau legte laut des Berichts daher auch München zu: Wurden dort 2016 noch 7.200 Quadratmeter vermietet, um als geteilte Arbeitsfläche genutzt zu werden, waren es im vergangenen Jahr bereits 35.000 Quadratmeter. Im Dezember hatte der aus Israel stammende Anbieter Mindspace angekündigt, 2018 einen neuen Standort in der bayerischen Landeshauptstadt zu eröffnen. In dieser Woche hatte der Anbieter zudem mitgeteilt, weitere 3.300 Quadratmeter in Frankfurt anzubieten.