Für Kühlschränke und Ultrakondensatoren: Die globale Initiative Start Up Energy Transition (SET) hat zwei deutsche Firmen als Vorreiter in der Energiewende ausgezeichnet.

Die Start-ups Coolar und Skeleton Technologies aus Berlin und Großröhrsdorf in Sachsen gehören zu den Gewinnern eines Wettbewerbs der Initiative Start Up Energy Transition (SET), hinter der die Deutsche Energie-Agentur (dena) und das World Energy Council stehen. Der sogenannte SET Award geht laut Veranstalter an die vielversprechendsten Beiträge zur Energiewende und zum Klimaschutz.

Die Auszeichnung wird in sechs Kategorien verliehen – darunter „Emissionsarme Produktion“, „Intelligente Netze und Plattformen“ und „Energie, Wasser und Nahrung“. Ausgewählt wurden die Gewinner unter 400 Bewerbungen aus 68 Ländern. Ins Finale schafften es 18 Start-ups, die ihre Ideen beim SET Tech Festival Anfang der Woche in Berlin präsentierten.

Kühlschrank ohne Strom

In der Kategorie „Energieeffizienz, smarte Geräte und Speicher“ prämierte die Jury das Berliner Start-up Coolar. Die 2014 gegründete Firma arbeitet an einem Kühlschrank, der ohne Strom auskommt.Die Technologie verwandelt Solarwärme mit Hilfe eines Wassertanks in Kälte. Ziel für eine mögliche Anwendung: Zum Beispiel Impfstoffe in entlegenen Krankenhäusern ohne Netzanschluss zu kühlen. Das Team will klimaschädliche Emissionen aufgrund ineffizienter Kühlgeräte reduzieren.

Speicher ohne Chemie

Im Bereich „Innovative Mobilität“ konnte sich Skeleton Technologies mit Sitz in Großröhrsdorf in Sachsen gegen die Konkurrenz durchsetzen. Die 2009 gegründete Firma produziert Ultrakondensatoren, die als Energiespeicher ähnlich einer Batterie funktionieren – allerdings mit Hilfe eines elektrischen Feldes statt chemischer Reaktionen. Das ursprünglich estländische Unternehmen verspricht eine Speichermöglichkeit, die um 30 Prozent effizienter sein soll als Batterien. Besonders für den Schwerlastverkehr sah die Jury einen Innovationssprung durch die Skeleton-Technologie – CO2-Emissionen könnten dadurch deutlich sinken.

Die vier weiteren Gewinner des SET Awards 2018 sind Solho aus den Niederlanden, Acacia Innovations aus Kenia, Ionomr Innovations aus Kanada und ForCity aus Frankreich.

Viele Chancen für Energie-Start-ups

Wenn es um junge Unternehmen mit einem Fokus auf erneuerbare Energien geht, werden Risikokapitalgeber laut aktueller Studien derzeit etwas vorsichtiger. Die Szene in Deutschland vermeldete in letzter Zeit trotzdem immer wieder Millionendeals: So konnte das Stromverteiler-Start-up GridX im März einen mittleren siebenstelligen Betrag einsammeln. Ebenfalls in dieser Größenordnung lag eine Finanzierungsrunde des Frankfurter Start-ups Node.Energy im Dezember. Zu dieser Zeit hat auch der digitale Energieversorger Fresh Energy eine Million Euro vom Bund erhalten.