Das deutsche Start-up startet mit der Hilfe von Risikokapitalgebern in den Vertrieb – und schaut sich besonders jenseits des Atlantiks um. Die Entwickler bleiben jedoch hier.

Volle Kraft auf Video: Mit einer Software-Lösung, die das Livestreaming für Unternehmen einfacher machen will, hat sich das Start-up Contentflow mit Sitz in Berlin und Hamburg positioniert. Jetzt hat das Team eine Finanzierungsrunde über knapp zwei Millionen Euro abgeschlossen. An der sind neben dem Risikokapitalgeber Speedinvest und einem Fonds der IBB Beteiligungsgesellschaft sind auch der amerikanische Investor Betaworks, der japanische Akatsuki Entertainment Technology Fund (AET) und mehrere private Geldgeber beteiligt.

„Das Investment hilft uns, unsere internationale Expansion zu beschleunigen“, sagt Mitgründer und Geschäftsführer Sebastian Serafin. Das Start-up, das in der Aufbauphase durch den Hamburger Next Media Accelerator gefördert wurde, will dabei vor allem in den USA neue Kunden gewinnen. Dabei hilft neben der jüngst abgeschlossenen Finanzierungsrunde auch die Aufnahme in den German Accelerator, der Büroplätze und Netzwerkmöglichkeiten in New York bereitstellt.

E-Sport als Hoffnungsbranche

Zu Beginn standen für Contentflow insbesondere Medienunternehmen im Fokus. Als Referenzen führt Contentflow etwa die Funke-Mediengruppe oder den Online-Auftritt der Tagesschau an. Doch das Feld erweitert sich: Insbesondere in den USA spürt Contentflow ein großes Interesse aus der Unterhaltungsbranche, Inhalte oder Veranstaltungen live zu übertragen. Der E-Sport ist etwa ein spannender Bereich davon – hier testet etwa aktuell die Electronic Sports League (ESL) die Plattform des Start-ups.

Sowohl Betaworks als auch AET seien auf das Potenzial in diesem Segment besonders neugierig, berichtet Serafin im Gespräch mit WirtschaftsWoche Gründer. AET könnte nach der jetzt anstehenden Aufbauphase auch als Türöffner für eine mögliche Expansion nach Asien hilfreich sein.

Um jedoch jetzt erst einmal strategisch neue Kunden gewinnen zu können, will Contentflow in Vertriebsmitarbeiter investieren. Neben den drei Gründern besteht die Belegschaft im Moment vor allem aus elf Entwicklern, die die Softwareplattform bauen. Die sind in Deutschland zuhause und sollen dort auch weiter bleiben. Die Sales-Abteilung soll dagegen im ersten Schritt im New Yorker Büro entstehen.

Für die Techniker stehen ebenfalls weitere Projekte an: Gewerkelt wird etwa daran, dass die Software automatisch Gesichter und Objekte erkennen kann. So könnten automatisch Zusatzinformationen in das Videobild integriert werden. Gemeinsam mit der Deutschen Welle hat Contentflow im August 200.000 Euro von der Google News Initiative erhalten, um diese Funktion zu entwickeln.