Das Digitalunternehmen wird gestützt von zwei neuen Geldgebern aus der Region. In einem anspruchsvollen Markt will die junge Tech-Firma stark wachsen.

Zum Geburtstag gibt es ordentliche Rabatte: Das digitale Einrichtungshaus Connox wirbt aktuell mit reduzierten Möbeln und Accessoires. Gleichzeitig hat sich das 2005 gegründete Tech-Unternehmen aus Hannover zwei neue Gesellschafter eingeladen. Beteiligungstöchter der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hannover sowie der Sparkasse Hannover investieren 2,5 Millionen Euro in den Online-Shop und sind von nun an als Minderheitsgesellschafter mit an Bord.

Das frische Eigenkapital soll dabei helfen, weiter profitabel wachsen zu können. Im Fokus steht dabei die Technologie des Shops: Dank künstlicher Intelligenz will man den Kunden noch genauer vorschlagen können, welche der aktuell 26.000 Produkte gut in die eigene Wohnung passen würden. „Mit unserem Investment wollen wir national und auch international weiter Marktanteile gewinnen”, gibt Neu-Investor Andreas Schenk vom Hannover Beteiligungsfonds als Marschrichtung aus.

In einem ambitionierten Markt setzt sich das Hannoveraner Tech-Unternehmen dabei hohe Ziele. Aktuell setzt man nach eigenen Angaben mit aktuell 125 Mitarbeitern etwa 20 Millionen Euro um – in den nächsten drei Jahren sollen die jährlichen Einnahmen auf 50 Millionen steigen.

Möbelmarkt wird digitaler

Eine Studie der Beratungsgesellschaft KPMG von Beginn dieses Jahres bezifferte den Online-Umsatz im Wohn- und Einrichtungsgeschäft in Deutschland auf knapp fünf Milliarden Euro – anteilig jedoch nur zwölf Prozent des Gesamtmarktes. Viele Konsumenten verglichen jedoch bereits die Preise im Netz. „Dies verdeutlicht zugleich das damit einhergehende Potenzial für die Zukunft”, urteilen die Studienautoren.

Trotz hoher Margen können eine teure Logistik und umfangreiche Marketingausgaben jedoch ein Problem für Digitalunternehmen werden. Connox selbst verweist auf die Rocket-Tochter Home24, die im Juni beim Gang an die Börse 150 Millionen Euro realisieren konnte, sowie auf den Branchenprimus Ikea, der immer stärker in den E-Commerce drängt. Auf der anderen Seite stehen jedoch auch mahnende Beispiele wie etwa den digitalen Einrichter 99Chairs, der mit großen Versprechungen antrat – und doch vor wenigen Monaten Insolvenz anmelden mussten.