Das B2B-Fintech Compeon will seine IT-Plattform weiterentwickeln und so mehr Kredite an Gewerbekunden vermitteln. Die Altinvestoren ziehen mit.

Der Kreditvermittler Compeon erhält in einer Series B Finanzierungsrunde zwölf Millionen Euro von seinen Altinvestoren. Sogenannter Leadinvestor ist Tengelmann Ventures, außerdem gehören die Venture-Capital-Gesellschaften btov Partners und Dieter von Holtzbrinck Ventures zu den Geldgebern.

Das Start-up mit Sitz in Düsseldorf verdient an der Vermittlung von Krediten und Darlehen an Mittelständler. Auf einer Online-Plattform legen Unternehmenskunden ein Profil an, stellen ihre Finanzierungsanfrage ein und kommen so im Idealfall an Geld. Die drei Gründer Kai Böringschulte, Nico Peters und Frank Wüller wollen ihrer Firma mit den zusätzlichen Mitteln der Investoren zu mehr Wachstum verhelfen – insbesondere im Bereich der Absatzfinanzierung. Außerdem sei geplant, die IT-Plattform auszubauen.

Compeon gibt es seit 2013 und hat inzwischen mehr als 50 Mitarbeiter. Das Fintech-Unternehmen wirbt damit, mehr als 220 etablierte Banken, Sparkassen und alternative Finanzpartner an seine Plattform angeschlossen zu haben.

Fintech-Deals häufen sich

Der Hauptinvestor Tengelmann Ventures ist eine Tochtergesellschaft des Familienunternehmens Tengelmann. Zu der Einzelhandels-Dachgesellschaft gehören unter anderem der Textil-Discounter Kik und die Baumarktkette Obi. Außerdem ist Tengelmann an Online-Versandhändler Zalando und dem Essens-Lieferdienst Delivery Hero beteiligt. Wegen des Verkaufs der Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann an die Konkurrenten Edeka und Rewe geriet Tengelmann zuletzt in die Schlagzeilen.

Die Venture-Tochter hat nach eigenen Angaben seit 2009 in mehr als 50 Unternehmen investiert – bevorzugt aus den Bereichen Consumer Internet, Marketplaces und Technologie.

Finanzierungen in Millionenhöhe sind in der Fintech-Welt derzeit keine Seltenheit: Anfang der Woche hat sich das in Berlin ansässige Start-up Spotcap 22 Millionen Euro gesichert. Allerdings weist eine aktuelle Studie darauf hin, dass die Zahl der Neugründungen im Finanzbereich seit Jahren sinkt, was auf ein mögliches Ende des Gründungs-Hypes in der Branche hindeutet.