Das Start-up Comfylight bietet eine Lampe, die ungebetenen Gästen vorgaukelt, es sei jemand daheim. Reicht das nicht, sendet sie ein Alarmsignal.

Marcus Köhler wurde in den Niederlanden erleuchtet. Bei einem Besuch mit einem Freund hatte der ihm über einen kulturellen Unterschied zwischen beiden Ländern aufgeklärt: „Deutschen Kindern bringt man bei, das Licht auszumachen, wenn sie das Haus verlassen, holländische Kinder lernen dagegen beim Gehen das Licht extra anzumachen.“ So lassen etwa 40 Prozent der Niederländer die Lampen brennen, wenn sie nicht zu Hause sind, die erleuchteten Häuser sollen Einbrecher abschrecken.

Das Erlebnis brachte Köhler und Stefanie Turber auf eine Geschäftsidee: Sie haben mit ihrem Start-up Comfylight eine intelligente Lampe entwickelt. Durch einen Bewegungssensor lernt sie die typischen Beleuchtungszyklen und ahmt diese in Abwesenheit nach. „Bislang nutzen viele Menschen dazu umständliche Zeitschaltuhren“, sagt Köhler. Oder sie müssen mehrere tausend Euro in teure Sicherheitssysteme investieren.

Comfylight zielt hingegen auf Menschen, die bisher keinerlei Alarmsystem nutzen. Denn auch diese Funktion bildet die Lampe ab: Sollte doch jemand unbefugt die Wohnung betreten, sendet der Bewegungssensor einen Alarm aufs Smartphone. Auch an Besitzer von Hunden oder Katzen haben die Gründer dabei gedacht. „Das System kann Haustiere durch die Größe und Art der Bewegung erkennen“, sagt Turber. Mit Hilfe des Bürolabradors Mia wurde das ausführlich getestet.

Bosch steckt fast eine Million in Comfylight

Der Sitz des Start-ups ist in Zürich, da sich die beiden Deutschen als Doktoranden am Bosch Internet of Things Lab in der Schweiz kennen gelernt haben. Ein großer Teil der Softwareentwicklung erfolgt inzwischen jedoch am zweiten Standort in München.

Die erste Finanzierung in Höhe von einer Million Euro stammt von Bosch und zwei Business Angels. Zudem sammelt das Start-up derzeit Geld auf der Crowdfundingplattform Kickstarter. Bis Sonntag kann dort die erste Version zur Hälfte des normalen Preises von 130 Euro vorbestellt werden. Im Frühjahr sollen dann die ersten Exemplare geliefert werden.

Die anvisierten 50 000 Euro waren nach nicht einmal sieben Stunden zusammen. Inzwischen liegt das Projekt bei fast 120 000 Euro sind bereits zusammen gekommen. Mit dem nächsten Ziel von 150 000 Euro soll das Comfy-Licht über eine Schnittstelle auch mit anderen Smart-Home-Systemen vernetzt werden. Sollte das klappen, hätte die Gründerin gleich doppelt Grund zu feiern. Denn die Korken lässt sie am Sonntag so oder so knallen: Turber feiert dann ihren Geburtstag.

 

Steckbrief

Comfylight

Gründer: Stefanie Turber, Marcus Köhler

Gründung: 2015

Sitz: Zürich, Entwicklung in München

Mitarbeiter: 7

Kunden: ca. 1600 Vorbestellungen und Anfragen von Großhändlern

Finanzierung: von Bosch und Business Angels eine Million Euro plus Crowdfunding