Die Plattform profitiert vom Beratungs-Boom und erschließt weitere Märkte. Die bestehenden Investoren stocken dafür kräftig auf.

Vier Millionen Euro im Sommer 2016, acht Millionen jetzt: Comatch, eine in Berlin ansässige Plattform zur Vermittlung von Unternehmensberatern, hat heute eine umfangreiche Wachstumsfinanzierung bekanntgegeben. Die Risikokapitalgeber Acton Capital, Atlantic Labs und btov erhöhen ihre Einlage bei dem drei Jahre alten Unternehmen. „Die signifikante Aufstockung der Investmentbeträge ist eine tolle Wertschätzung unserer Arbeit und essentiell, um die Wachstumsgeschichte weiter zu schreiben“, freut sich Comatch-Mitgründer Christoph Hardt.

Das Start-up hat nach eigenen Angaben aktuell 4300 Berater in der Datenbank, etwa 85 Mitarbeiter arbeiten für die junge Firma. Laut Pressemitteilung prüft Comatch jeden Berater, bevor er auf der Plattform zugelassen wird – und nur jeder zweite Bewerber übersteht den strengen Test.

Unternehmen und Beratungen, die personelle Unterstützung brauchen, können auf der Plattform nach passenden Freiberuflern suchen und diese für ihre Projekte buchen – Comatch erhält dafür eine Provision. Die Nachfrage nach Beratungsleistungen hat in den vergangenen Jahren in Deutschland stetig zugelegt, insbesondere rund um die Digitalisierung holen sich viele Firmen fremde Hilfe an Bord.

Unterwegs in europäische Märkte

Gegenüber WirtschaftsWoche Gründer teilte das Start-up mit, dass man im deutschsprachigen Markt operativ schnell profitabel arbeiten könnte. Aktuell stehen die Zeichen jedoch auf Expansion: Zum einen sollen zukünftig auch Recherchedienstleister mit auf der Plattform eingebunden werden, die bei der Beschaffung und Aufbereitung von Daten helfen.

Zum anderen ist eine weiteres Wachstum in europäische Länder angedacht: In Frankreich ist Comatch bereits mit einem kleinen Team vor Ort vertreten, die Regionen Benelux und die nordischen Länder werden von Mitarbeitern aus dem Berliner Büro betreut. Ein neues Team soll sich zudem um Anfragen und Beratungen in und aus Süd- und Osteuropa kümmern.

Im großen, aber auch umkämpften britischen Markt ist Comatch seit kurzem vertreten – hier sei weniger Überzeugungsarbeit nötig, dafür ist die Konkurrenz deutlich höher, heißt es gegenüber WirtschaftsWoche Gründer. International sind Catalant (die im vergangenen Jahr stolze 41 Millionen Dollar Finanzierung erhielten) und Expert360 mit ähnlichen Angeboten auf dem Markt.

Im vergangenen Jahr hatte es in Deutschland unter Start-ups, die sich rund um die sogenannten „Professional Services“ positionieren, Konsolidierungen gegeben. Das Kölner Vermittlungsportal Consultingheads hatte den Münchener Konkurrenten Projectchamps übernommen und so zwischenzeitlich zu Comatch aufgeschlossen, was die Zahl der registrierten Berater angeht. Mit Klaiton ist zudem noch ein weiterer, ursprünglich in Österreich gegründeter Vermittler, auf dem Markt. Konkret seien keine Akquisitionen von Comatch geplant, um weiter zu wachsen, heißt es auf Nachfrage vage – auszuschließen seien solche Schritte bei passenden Partnerschaften jedoch nicht.