Neues Geld für ein neues Medizinprodukt: Das Greifswalder Start-up sammelt eine sechsstellige Summe ein. Der erste Test an Patienten steht jetzt kurz bevor.

Ein Pflaster, das aktiv an der Wundheilung arbeitet: Das ist das Projekt von Coldplasmatech, einer Ausgründung des Leibniz-Instituts für Plasmaforschung und -technologie. Mit einer Wundauflage aus Silikon, an deren Unterseite vereinfacht gesprochen elektronisch aufgeladenes Gas arbeitet, wollen die Gründer die Behandlung von offenen chronischen Wunden verbessern. Jetzt konnte das achtköpfige Team eine neue Finanzierung vermelden: Die Beteiligungsgesellschaft CreoVis und eine Schweizer Unternehmensgruppe steigen jeweils mit einer sechsstelligen Summe in das Start-up ein.

Mit dem Geld soll jetzt eine erste Kleinserie der neuartigen Pflaster produziert werden. Die etwa 1500 „PlasmaPatches“ sollen dann für die erste klinische Studie mit 100 bis 200 Patienten eingesetzt werden, die bald startet. Da dafür notwendige Genehmigung, die CE-Zulassung für Medizinprodukte, hat das Coldplasmatech kürzlich erhalten. Ziel sei es, bis Ende des Jahres auch die endgültige Zulassung für den Verkauf und Vertrieb des Produktes zu bekommen, sagt Mitgründer Carsten Mahrenholz gegenüber WiWo Gründer.

Insgesamt ist das Greifswalder Unternehmen jetzt mit 1,75 Millionen Euro aus Investoren- und Preisgeldern finanziert. Die Gründer halten weiterhin etwa drei Viertel der Anteile und haben nach eigener Aussage bereits mehreren Verkaufsofferten abgelehnt: „Für uns ist es wichtig, dass das Produkt tatsächlich beim Patienten ankommt“, begründet Mahrenholz die aktuelle Strategie. Dafür kooperiert das junge Unternehmen aktuell mit einer Vielzahl von Partnern: Wacker Chemie liefert das Silikon, der Schweizer Industriekonzern Dätwyler unterstützt die Produktion, IT-Konzern Dell verschiedene Unternehmensprozesse.