Das Wiener Start-up hat einen kontaktlosen Sturzsensor für Senioren entwickelt – und will nun Marketing- und Vertriebsaktivitäten ausbauen.

Mit einem kontaktlosen Sturzsensor drängt Cogvis in den Pflegemarkt: Fearless, so der Name des neuen 3D-Sensors, soll bisherige Lösungen wie Trittmatten ablösen – und mit seinem Funktionsumfang punkten. Nachdem die Entwicklung von der österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und der Europäischen Union unterstützt worden war, hat das Wiener Start-up nun private Geldgeber von seiner Lösung überzeugt.

Wie das Start-up nun mitteilte, kamen bei der Finanzierungsrunde Ende Februar 700.000 Euro zusammen. Dazu, wie sich da Investorenkonsortium zusammensetzt, machte das Unternehmen keine näheren Angaben. Die Kaptalspritze will Cogvis dazu nutzen, Marketing- und Vertriebsstrukturen aufzubauen.

Privatkundenvertrieb soll folgen

Mit Fearless zielt das Start-up zunächst auf Pflege- und Altersheime, der Verkauf an Privatkunden soll folgen. „Wir wollen Ende nächsten Jahres die passende Lösung europaweit für den Privatkundenmarkt anbieten und erweitern Fearless dementsprechend um notwendige Applikationen“, sagt Cogvis-CEO Rainer Planinc. Fearless soll indes nicht nur Stürze erkennen, sondern auch helfen, diese zu vermeiden. Das System kann laut Cogvis etwa erkennen, wenn eine Person aufstehen und dann automatisch das Licht einschalten oder einen Pfleger alarmieren.

Auf lange Sicht will sich Cogvis indes aus dem Direktvertrieb zurückziehen, deutet Planinc an: „Wir möchten in erster Linie ein Technologieunternehmen bleiben und wollen zukünftig auf Kooperationspartner setzen, die unser Produkt nachhaltig am Markt implementieren.“ Gegründet wurde Cogvis 2007 als Spin-off Technischen Universität Wien (TU Wien) – und forscht seither an Bilderkennungen und der Verarbeitung von 3D-Daten. Aktuell beschäftigt das Unternehmen zehn Mitarbeiter.