Die Youtuberin Diana zur Löwen will Mittelständlern erklären, wie die junge Generation tickt – und hat eine Beratung gegründet.

Von Milena Merten

Wie dekoriere ich meinen Schreibtisch? Wie färbe ich mir die Haare? Und wie schminke ich mich so, dass ich älter aussehe? Solche und ähnliche Fragen beantwortet Diana zur Löwen regelmäßig für ihre 615.000 Abonnenten auf Youtube. Die 22-jährige Influencerin ist für ihre Fangemeinde eine Mischung aus großer Schwester, Life-Coach und Kosmetik-Vermarkterin.

Zur Löwen will es aber nicht dabei belassen, pubertierenden Mädchen beim Erwachsenwerden zu  helfen. Als nächstes will sie gestandenen Unternehmen dabei helfen, jünger zu werden – oder zumindest Rat geben, wie sie junge Menschen begeistern können. Deshalb hat zur Löwen vor wenigen Tagen ein Start-up gegründet: die CoDesign Factory. Gemeinsam mit der gleichaltrigen Programmiererin Aya Jaff, der Eventmanagerin Viktoria Delius-Trills und dem Geschäftsführer von Start-up-Teens, Hauke Schwiezer, möchte die Social-Media-Queen Mittelständlern Image-Nachhilfe geben.

Dienstleistungen der Digital Natives

Zur Löwen und ihr Team gehen damit gegen ein Problem vor, dass viele Unternehmen haben: Sie wissen nicht mehr, wie sie Teenager und junge Erwachsene richtig ansprechen. Früher reichte es in der Regel aus, eine starke Marke mit hippen Produkten zu entwickeln, Fernsehwerbung zu schalten und einen Prominenten mit den Produkten auszustatten.

Bei der sogenannten Generation Z, zu der alle nach 1995 Geborenen zählen, geht diese Strategie nicht mehr auf. Die „Gen Z“ zählt zu den ersten echten Digital Natives: Sie sind mit Smartphone, Tablet und Social Media aufgewachsen, sehen kaum noch fern, scheren sich nicht um Luxusgüter und Statussymbole und sind illoyal gegenüber Marken und Arbeitgebern. Stattdessen lässt sich mehr als die Hälfte der Generation Z bei ihren Kaufentscheidungen von Influencern wie Diana zur Löwen leiten – das ergab eine weltweite Untersuchung der Unternehmensberatung A. T. Kearney. Klassische Fernsehwerbespots reichen längst nicht mehr, um diese Generation zu erreichen.

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