Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche treten heute die Gründer der Code University, Thomas Bachem, Jonathan Rüth und Manuel Dolderer, an. Sie bauen eine Hochschule für die digitale Welt. Wie urteilt Investor Felix Haas?

Eine halbe Minute mit Investor Felix Haas im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
Wir sind die erste private, von Grund auf neu gedachte Hochschule, die sich n Hacker richtet – und staatlich anerkannt ist. Wir vermitteln Studierenden Wissen, indem wir sie an Praxisprojekten arbeiten lassen. Das motiviert und fordert. Vorlesungen stehen nicht im Fokus. Dafür kooperieren wir mit Internetfirmen wie Zalando, Xing und Trivago. Die Studierenden, von denen viele gründen wollen, können zum Bachelor in Softwareentwicklung, Interaktionsdesign oder digitalem Produktmanagement avancieren.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Tom hat schon als Kind programmiert und wollte Informatik studieren. Das war ihm aber zu mathelastig. Also studierte er Betriebswirtschaft, gründete die Videoplattform Sevenload und spielte lange mit dem Gedanken, selbst die Hochschule seiner Träume zu starten. Das haben wir dann gemeinsam getan.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Geldverdienen steht bei uns nicht im Vordergrund. Der Großteil unserer Studierenden zahlt keine direkten Studiengebühren, sondern gibt uns nach einen kleinen prozentualen Anteil ihres Einkommens ab. So sichern wir Chancengleichheit.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) … pragmatisch. Es muss nicht alles perfekt sein. Auch reden Studierende und Professoren bei uns kräftig mit.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
37 Prozent unserer Studierenden sind nicht aus Deutschland. Sie kommen etwa aus Indien, Kanada und Kasachstan.

Was war euer größter Rückschlag?
Bei der Ausschreibung unserer Softwareentwicklungs-Professuren haben sich bisher nur sehr wenige Frauen beworben, obwohl wir uns hier wirklich um sie bemüht haben.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann unterrichten wir mindestens 700 Studierende – vielleicht sogar mehr. Auch haben dann natürlich viele unserer Absolventen Start-ups gegründet.

Fakten zum Start-up

Kunden: 230 Studenten
Finanzierung:  4 Millionen Euro Privatinvestitionen von 25 Internetunternehmern
Gründung: 2016 in Berlin
Mitarbeiter: 40

Würde der Profi investieren?

Idee: 5/5
Geschäftsmodell: 3/5
Timing: 5/5

Urteil: „Eine Gründung voller Leidenschaft – Hochschule neu gedacht! Das Land braucht die beste Ausbildung junger Talente – einen Nähr boden für die nächste Generation Digitalexperten“
Felix Haas, Gründer des Onlineticketanbieters Amiando, Investor und Co-Organisator der Gründerkonferenz Bits & Prezels

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