Das Who-is-Who der Gründerszene hat sich zusammengeschlossen, um mit einem neuen Ansatz gegen den Mangel an Programmierern in Deutschland anzugehen.

Die Idee zu einer neuartigen Programmieruni verfolgt Thomas Bachem schon seit Jahren. Der 31-Jährige wollte eigentlich selbst Informatik studieren, doch die Theorie schreckte ihn ab und so entschied er sich doch für BWL. Nebenbei brachte sich Bachem selbst Programmieren bei, er baute das Videoportal Sevenload auf und danach die Plattform Lebenslauf.com, die er an Xing verkaufte.

Nun nimmt das neue Projekt des Kölners immer konkrete Formen an. Code University soll  die neue Hochschule heißen und Bachem hat eine illustre Runde an Unterstützern gefunden, die sein Vorhaben finanzieren. Trivago-Gründer Rolf Schrömges gehört genauso dazu, wie die Seriengründerin Verena Pausder, der Chef des Inkubators Project-A, Florian Heinemann, oder der durch die TV-Show „Höhle der Löwen“ bekannte Investor Frank Thelen. Sie alle investieren in die Code University, die im Herbst in Berlin den Betrieb aufnehmen soll, um Studenten künftig so praxisnah wie möglich zu unterrichten. „Damit schließt sie eine relevante Lücke in Deutschland“, sagt Unterstützer Heinemann. Knapp vier Millionen Euro wollen die etwa 30 Geldgeber gemeinsam in das Projekt stecken. Einige weitere hochkarätige Unternehmer haben ebenfalls bereits zugesagt.

„Wir wollen mit Informatik das Gleiche machen, wie die Business Schools mit Wirtschaftswissenschaften“, sagt Bachem. Das Studium finde von Anfang an in konkreten Projekten statt. Dabei setzt die Uni auf bekannte Partner, derzeit finden Gespräche mit Unternehmen wie Zalando, Xing oder Check24 über mögliche Kooperationen statt. Zudem sollen Programmierer, Designer und Produktmanager über die Studiengänge hinweg zusammen arbeiten. „Die Studenten sollen so lernen, wie sie später auch in Unternehmen arbeiten“, sagt Bachem.

Er will im kommenden Wintersemester mit etwa 100 Studenten in einem Ableger der Factory Berlin starten. Die Kosten sollen bei etwa 750 Euro pro Monat liegen. Trotzdem soll möglichst jeder die Chance bekommen, an der Code University zu lernen. „Wir wollen die größten Talente und nicht die Leute mit den reichsten Eltern“, sagt Bachem. Daher setzt er vor allem auf eine Option, bei der die Gebühren erst im Nachhinein fällig werden: Absolventen sollen zehn Jahre etwa 6,5 Prozent ihres Einkommens zahlen, wenn sie einen festen Job mit einem bestimmten Mindesteinkommen haben.

Die größte Hürde ist nun noch die staatliche Anerkennung als Fachhochschule, die entscheidende Anhörung dazu findet Ende März beim Wissenschaftsrat statt.