Das Dresdner Start-up nutzt die Abwärme von Servern zum Heizen – und zielt mit seiner Technologie verstärkt auf Unternehmenskunden.

Mit der Abwärme von Servern Gebäude heizen –  diese Idee treibt Cloud&Heat Technologies  voran. Ursprünglich zielte das 2011 als AoTerra gegründete Unternehmen mit seinen Serverschränken auf private Hausbesitzer, nimmt seit einiger Zeit aber verstärkt Unternehmen ins Visier. Ein paar Monate später als ursprünglich geplant, hat das Dresdner Start-up nun einen wichtigen Meilenstein erreicht: In Frankfurt wurde gestern ein von Cloud&Heat konzipiertes Rechenzentrum in dem bekannten Hochhaus Eurotheum eröffnet.

Das Rechenzentrum, das aktuell zu zehn Prozent fertig ist, befindet sich auf den ehemaligen Flächen der Europäischen Zentralbank. Die Commerzbank Real lässt das Hochhaus derzeit umbauen. Entstehen sollen hier neben Büros und Co-Working-Räumen auch ein Hotel sowie Gastronomieflächen.

Für das Start-up ist es ein Großauftrag: Über zwei Stockwerke sollen 84 Serverschränke Wärme für benachbarte Räume liefern. „Dadurch können sowohl die jährlich anfallenden Kosten für Heizenergie im Hochhaus um bis zu 40.000 Euro reduziert als auch zusätzliche 30.000 Euro pro Jahr an Kühlkosten für das Rechenzentrum im Vergleich zur konventionellen Luftkühlung eingespart werden“, verspricht Mitgründer Nicolas Röhrs. Die Computerkapazitäten sollen für Cloud-Lösungen genutzt werden, die sowohl an die Mieter als auch an externe Nutzer vermarktet werden sollen.

Unterstützung von Klimazielen

Nach Angaben von Cloud&Heat nutzt das patentierte System des Unternehmens bis zu 90 Prozent der von der Hardware produzierten Wärme. Für die Stadt Frankfurt hat das Projekt im Eurotheum Vorbildcharakter – die Mainmetropole hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2050 „klimaneutral“ zu werden. Das bedeutet, dass der Energiebedarf im Stadtgebiet gegenüber 1990 um 50 Prozent sinkt und die Treibhausgasemissionen um mindestens 95 Prozent sinken.

Cloud&Heat hat zuletzt im Mai eine Finanzierungsrunde in nicht genannter Höhe abgeschlossen. Zu den Investoren zählen der tschechische Energieversorger ČEZ und die EnBW-Tochter Verbundnetz Gas AG (VNG). Pilotprojekte gibt es außerdem mit Innogy. Das Start-up beschäftigt etwa 60 Mitarbeiter.