Als Betriebspartner hat das Start-up die Madsack Mediengruppe gewonnen. Der Wettbewerb auf dem Ridesharing-Markt wächst.

Flexibler als der ÖPNV, günstiger als Taxis: So genannte Ridesharing-Anbieter fahren Kunden von Tür zu Tür, nehmen unterwegs aber auch andere Nutzer mit. Zu den Pionieren in Deutschland gehört Clevershuttle. Gegründet 2014, ist der Dienst nun auch in Dresden verfügbar. Der Standort ist der insgesamt sechste von Clevershuttle, teilte das Unternehmen gestern mit.

Die Mehrheit an dem Start-up hatte im September die Deutsche Bahn übernommen. Für die Expansion in neue Städte setzt das Unternehmen auf Kooperationen – und gründet jeweils lokale Joint-Ventures. In Dresden ist das nun die Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft (LVDG), die zur Madsack-Mediengruppe gehört und unter anderem die „Leipziger Volkszeitung“ und „Dresdner Neueste Nachrichten“ herausgibt.

Clevershuttle und die LVDG kooperieren bereits in Leipzig. Mit 45 Autos und 80 Fahrern ist der Standort der bisher größte. Vertreten ist der Dienst außerdem in Berlin, Hamburg, München, Stuttgart und Frankfurt am Main. Wie hoch das neue Investment des Verlags, teilten die Unternehmen nicht mit. Clevershuttle gibt auf seiner Homepage aber an, dass das erforderliche Investment für Partner bei mindestens 1,5 Millionen Euro liegt.

Dynamischer Markt

Auf Kooperationen setzt auch Door2Door. Anders als Clevershuttle ist das 2012 gegründete Start-up aber vor allem im Hintergrund tätig – und konzentriert sich darauf, die Technologieplattform als sogenannte White-Label-Lösung zu vermarkten. Dabei zielt Door2Door vor allem auf Nahverkehrsunternehmen und Kommunen. So startete im Bayerischen Wald zuletzt „Freyfahrt“ mit 230 virtuellen Haltestellen. In Berlin kooperiert das Start-up für den eigenen Service „Allygator“ seit Anfang des Jahres mit dem ADAC.

Auf dem Markt, dem Beobachter eine rosige Zukunft bescheinigen (darunter WirtschaftsWoche-Gründer-Kolumnist Niklas Veltkamp), mischen auch deutsche Autokonzerne mit. So erprobt Volkswagen mit seiner Marke Moia bereits seit gut einem Jahr einen Ridesharing-Dienst in Hannover und will Anfang 2019 auch in Hamburg starten. Daimler wiederum ist über das Joint-Venture Via in Berlin aktiv – und hat zusammen mit den Berliner Verkehrsbetrieben im September den Dienst „Berlkönig“ launciert.

Gebremst werden die neuen Angebote noch durch das Personenbeförderungsgesetz, das Ridesharing eigentlich ausschließt. Die Anbieter agieren deswegen häufig mit Genehmigungen auf Basis der sogenannten Experimentierklausel. Das Bundesverkehrsministerium hat bereits eine Reform des Gesetzes in Aussicht gestellt – eine Liberalisierung wird im Taxigewerbe gefürchtet. Strittig ist auch, ob die Ridesharing-Dienste den erhofften positiven Effekt auf die Umwelt haben. Zwar werben die Anbieter damit, dass so Einzelfahrten verringert werden – und setzen häufig auf E-Autos. Kritiker halten dagegen, dass Nutzer der Angebote vor allem Fahrten in Bussen oder Straßenbahnen ersetzen.